Frank „Froonck“ Matthée

Frank „Froonck“ Matthée wurde bekannt als Wedding Planner für die TV Hochzeit von Sarah C. und Mark T. Von Sarah bekam er auch seinen heutigen Künstlernamen Froonck – in Anlehnung an den Film „Der Vater der Braut“. Seit 2012 sieht man ihn täglich in einer Wettbewerbs-Show, bei der sich vier Bräute mit ihrer Hochzeit um eine Traumreise bewerben.

SCHWULISSIMO: Die Sendung „4 Hochzeiten und eine Traumreise“ erfreut sich größter Beliebtheit und geht in die zweite Staffel. Was glaubst du, worin liegt der Erfolg?
Froonck: Einerseits wohl an den Themen Romantik und Liebe, andererseits am Wettbewerb zwischen den vier Bräuten. Und da weiß man aus Erfahrung, dass es schnell einmal zum Zickenkrieg kommt; speziell bei diesem Thema, wo jede Frau das Beste gibt und die Schönste sein möchte. Da wird sicherlich ein Voyeurismus bedient. Man kann sich mit ihnen freuen oder man kann sie auch nicht mögen. Es werden auf jeden Fall Emotionen ausgelöst.

SCHWULISSIMO: Leider fällt bei den Beurteilungen deine Meinung nicht ins Gewicht, die Bräute schieben sich die Punkte je nach Sympathie selber zu. Wann würdest du denn volle 10 Punkte geben?
Froonck: Ich glaube, ich habe noch nicht sehr oft volle Punktzahl gegeben. Da müsste wirklich alles perfekt sein. In den verschiedenen Kategorien gibt es natürlich verschiedenen Kriterien, z.B. beim Brautkleid: dass es wie eine zweite Haut sitzt, dass es zum Stil der Hochzeit und zum Typ der Braut passt, damit es nicht nach einer „Verkleidung“ aussieht. Ich finde wichtig, dass die Personality der Braut erkennbar ist und durch das Kleid unterstrichen wird.

SCHWULISSIMO: Hättest du selbst gerne mehr Einfluss bei der Bewertung?
Froonck: Auf jeden Fall, da haben wir redaktionell auch schon drüber nachgedacht, und es wird sogar von Zuschauern und Fans eingefordert. Es ist nur produktionstechnisch in dem Falle nicht zu machen, weil ich dann jede einzelne Hochzeit besuchen müsste, um die Location, die Atmosphäre oder auch das Essen bewerten zu können.

SCHWULISSIMO: Gab es schon eine Sendung mit gleichgeschlechtlichen Paaren?
Froonck: Wir hatten schon schwule bzw. lesbische Hochzeiten und auch einen Transvestiten dabei. Da spiegelt sich schon die Gesellschaft wider. Es macht alles noch bunter und interessanter, wenn ein Mann mit in der „Braut“-Runde sitzt.

SCHWULISSIMO: Welche Ratschläge gibst du den Brautleuten für ihren schönsten Tag?
Froonck: Das ist die große Frage. Als erstes Ruhe bewahren, cool bleiben, sich nicht selber unter Druck setzen, die Dinge locker nehmen und die Hochzeit genießen. Ich nehme meinen Brautleuten gerne die Handys und die Uhren ab, damit sie nicht unter dem Druck stehen, sie müssten noch schnell eine SMS absetzen, oder den DJ anrufen. Sie müssen auch nicht mit dem Blick auf die Uhr kontrollieren, ob der Zeitplan minutiös eingehalten wird. Das ist irrelevant. Wichtig ist der Flow des Tages und dass man loslassen kann. Nur so kommen die Freude und der Genuss und auch die Emotionen. Lieber einen guten Bekannten als einen Zeremonienmeister einsetzen, wenn es keinen Weddingplaner gibt, der sich um den Ablauf und die Organisation kümmert, bevor man als das Hochzeitspaar selbst die Regie in die Hand nimmt. Es ist einfach unnötiger Stress, der an solchen Tagen vermieden werden kann. Und man sollte sich nicht vom Wetter irritieren lassen. Klar, alle möchten schönes Wetter, Sonnenschein, 25 Grad und blauen Himmel. Das gehört mit zur Perfektion. Wenn dann drei Regentropfen fallen, ist die Stimmung schon im Eimer und im Keller. Davon sollte man sich befreien und bei schlechtem Wetter einen Plan B haben. Man darf sich im wahrstem Sinne des Wortes die Laune nicht verregnen lassen. Übrigens: In Italien bedeutet Regen am Hochzeitstag Segen; so kann man sich eine verregnete Hochzeit auch schönreden.

SCHWULISSIMO: Gab es schon mal Pannen, wie z.B. eine Braut, die sich nicht traut?
Froonck: Richtig große Pannen an so einem Tag habe ich zum Glück noch nicht gehabt, ehrlich gesagt möchte ich das auch nicht erleben. Es reicht, wenn man so etwas in Hollywoodfilmen zitiert. Wenn man das in real erleben würde, wäre es bei aller Dramatik super traurig und ein Super-Gau. Ich habe aber schon erlebt, dass sich ein Brautpaar eine Woche vor der Hochzeit heftig gestritten hat, sodass sie sich trennen wollten. Das war schlimm, weil die Hochzeit schon organisiert war. Da habe ich als Mediator mitfungiert und sie haben zum Glück wieder zusammen gefunden; inzwischen sind sie seit nunmehr sieben Jahren glücklich verheiratet. Am Hochzeitstag selbst war das Schlimmste, dass einer Braut vor dem Kirchenportal ihr Kleid geplatzt ist. Das war im ersten Moment zwar lustig, aber da muss man dann schnell reagieren.

SCHWULISSIMO: Wer vom Brautpaar ist bei der Hochzeit nervöser?
Froonck: Es ist für mich ein Phänomen, welches ich seit zwölf Jahren beobachte, dass sich die Nervosität der Brautleute am Hochzeitstag umkehrt, im Gegensatz zu dem, wie es zur Planungsphase war. Männer sind am Hochzeitstag super aufgeregt, während es im Vorfeld die Frauen sind. Am Hochzeitstag sind die Frauen supercool und stehen ihre Frau und der Mann kriegt die große Flatter.

SCHWULISSIMO: An was muss man grundsätzlich denken, wenn man keinen erfahrenen Wedding-Planer wie dich hat?
Froonck: Es ist einfach wichtig, dass man sich generell einen Plan macht vom Tag, an dem man sich zur Hochzeit entscheidet, bis zum eigentlichen Festtag selbst. Man muss sich ein Budget setzen, was man ausgeben will, und dieses sollte man auch einhalten. Davon hängt wiederum ab, in welcher Dimension und in welchem Stil das Ganze stattfinden kann. Die Partner sollten gegenseitig die Wünsche und Vorstellungen über ihren „höchsten Tag“ austauschen, damit es auch eine Veranstaltung für beide wird. Und man sollte einen Menschen bestimmen, der sich an dem Tag selbst um alles kümmert.

SCHWULISSIMO: Empfiehlst du, wie bei deiner Sendung, die Hochzeit unter ein bestimmtes Motto zu stellen?
Froonck: Nicht unbedingt. Man muss aufpassen, dass ein Motto nicht zur Fessel einer Party wird und man sich damit nicht zu sehr einengt. Ich denke, man sollte lieber einen „roten Faden“ haben, damit alles zusammenpasst und abgestimmt ist. Das sind in erster Linie Farben, also Colour-Codes, was schon durch die Auswahl der Lieblingsblume geschehen kann. Wenn es nicht so ist, entsteht schnell der Eindruck, dass alles zu bunt ist, alles auseinander fällt und sich niemand Gedanken gemacht hat. Es fällt allerdings nur auf, wenn es nicht funktioniert. Wenn es perfekt ist, wird es fast nicht wahrgenommen, aber es erzeugt eine Wohlfühlatmosphäre für die Gäste und das Brautpaar. Dieses Farbkonzept sollte bei der Einladungskarte beginnen und sich durch den Hochzeitstag bis hin zur Hochzeitstorte ziehen. Richtige Mottis entwickeln sich aus Hobbys oder einem kulturellen Background. Das kann man gut im Unterhaltungsprogramm umsetzen bzw. wiederfinden. Oder man entscheidet sich für einen Dresscode, dass z.B. alle Gäste in Weiß kommen oder ein bestimmtes farbiges Accessoires zur Kleidung tragen sollen. Das ist ein endloses Feld…

SCHWULISSIMO: Was ist für die Hochzeitsgäste ein Faux Pas?
Froonck: Da gibt es bestimmte Etikette-Regeln, die sich über die Jahrhunderte etabliert haben. Natürlich, das weiß jeder weibliche Gast, dass man nicht im weißen/weißähnlichen Farbton erscheint, damit die Braut ihren Status und ihren Stellenwert hat und als etwas Besonderes zu erkennen ist. Allerdings gibt es immer einige weibliche Gäste, die das tun, um die Braut zu ärgern und ihr eins auszuwischen. Bei Männern sollte man sich in seinem Outfit nach dem Bräutigam und dem Stil der Hochzeit richten. Wenn es einen Dresscode gibt, wie z.B. Smoking, sollte man sich daran halten – man kann übrigens auch etwas ausleihen, falls man keine passenden Sachen im Schrank hat. Sakko und Jeans sollte man tunlichst vermeiden, es sei denn, Casual ist erwünscht. Das Sakko ausziehen sollte man erst dann, wenn es der Bräutigam getan hat; gleiches gilt für Krawatte und Fliege. Natürlich gebührt es auch dem Brautpaar, das Büffet als erste zu eröffnen, also man sollte nicht, auch wenn der Hunger noch so groß ist, vor dem Hochzeitspaar ans Buffet stürmen.

SCHWULISSIMO: Heiraten ist schön, für einen Weddingplaner bedeutet so ein Fest tagelangen Stress. Wie kommst du wieder in dein seelisches Gleichgewicht?
Froonck: Indem ich zwischendurch mal ein paar Wochen Urlaub mache. Das geht bei mir natürlich nicht in der Hauptsaison, den gesamten Sommer über, sondern nur in den Wintermonaten. So bin ich seit gestern von meinem Jahresurlaub aus Florida zurück. Da bekomme ich Abstand vom Trubel, der seelischen Eingenommenheit, von positiven Emotionen und von positiven Anspannungen. Das ist jedes Mal wie eine Theaterpremiere. Und ich bin mal froh, wenn ich im Winter keine Braut sehe.

SCHWULISSIMO: Eine weiße Braut im Schnee würde ja auch nicht besonders auffallen …
Froonck: Das ist richtig, wobei Winterhochzeiten auch sehr reizvoll sind.

SCHWULISSIMO: Gibst du auch Ratschläge für die Hochzeitsnacht?
Froonck: Dazu wurde ich bisher noch nicht gefragt. Ich glaube, bis dahin hat sich beim Brautpaar die ganze Anspannung gelöst. Aber je nachdem wie lange und intensiv gefeiert wurde, und wie hoch der Alkoholkonsum war: In der Hochzeitsnacht wird eh‘ nicht mehr all zu viel passieren.

SCHWULISSIMO: Sind die Eheschließung und die Feier von gleichgeschlechtlichen Partnern anders zu planen?
Froonck: Im Großen und Ganzen nicht, es sind ähnliche Abläufe und gleiche Strukturen. Natürlich gibt es spezifische Unterschiede, angefangen bei der Kleidung, dass man zwei männliche/zwei weibliche Outfits sucht. Ansonsten sind die homosexuellen Eheschließungen in der Regel bunter, schriller und ausgelassener. Sie feiern eher sich selber und haben Spaß daran und sie möchten auch den Freuden demonstrieren, dass eine Verpartnerung möglich ist. Das macht stolz, und deswegen darf es auch lauter und explosiver werden. Das sollte man bei der Auswahl der Location, was Ruhestörung und Sperrzeiten betrifft, aber berücksichtigen.

04.02.2014


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