Britische Forscher warnen vor Poppers

Laut einer aktuellen Studie von Wissenschaftlern der University of Lincoln in Mittelengland kann die Droge Poppers Sehstörungen hervorrufen und zu Augenschäden führen. Was sollte man über die Funktionsweise von Poppers sowie die Nebenwirkungen wissen, die in der neuen Studie erforscht wurden? Wie sieht die Gesetzeslage zur Nutzung der bekannten Partydroge in Deutschland und in anderen Ländern genau aus?

Wissenschaftler rätseln über die Ursachen der Sehstörungen


[img2420]Für die im Fachmagazin British Medical Journal (BMJ) veröffentlichte Studie wurden von 2013 bis 2016 in einer Augenklinik im südenglischen Brighton 12 Männer beobachtet, die regelmäßig Poppers konsumieren. Alle Studienteilnehmer berichteten von Sehstörungen - angefangen bei Unschärfe bis hin zu kompletten Gesichtsfeldausfällen. Die Forscher konnten einen zeitlichen Zusammenhang mit dem Konsum von Poppers herstellen. Außerdem spekulieren die Wissenschaftler, dass manche Poppers-Sorten die Sehgrube dauerhaft schädigen. Vieles bleibt dabei noch ungeklärt, denn manche Probanden hatten nach einer kurzzeitigen Poppers-Abstinenz ihre vollständige Sehkraft sofort wiedererlangt, manch andere Männer jedoch nicht. Es gab zudem Fälle, in denen nur ein Auge betroffen gewesen ist. Die Ursachen sind den Forschern bislang unbekannt. Auch ist noch unklar, wie Poppers das Auge genau schädigt beziehungsweise welcher Inhaltsstoff dafür zuständig ist. Auch werde die Forschung laut den Wissenschaftlern durch eine neue chemische Poppers-Verbindung erschwert, die seit einiger Zeit in Großbritannien beliebt ist. Langjährige Poppers-Konsumenten aus der aktuellen Studie erklärten, dass sie erst nach dem Wechsel der Marke Probleme entwickelt hatten. Bereits 2010 hatten französische Augenärzte vor dem Konsum von Poppers gewarnt. Im New England Journal of Medicine (NEJM) berichteten sie von langfristigen Schäden der Retina. Eine große, wirklich aussagefähige Untersuchung zu Poppers fehlt aber bis heute.


Poppers sind in Deutschland und Österreich verboten


[img2421]Doch worum handelt es sich eigentlich bei dieser Droge? Die sog. „Schnüffeldroge“ Poppers ist ein Sammelbegriff für chemische Substanzen, die durch Schnüffeln Schmerzen lindern und den Konsumenten euphorisieren. Poppers wird als sexuelles Stimulans eingesetzt, denn es steigert die Erektionsfähigkeit und entspannt die Muskeln beim Analverkehr. Auch von Frauen wird die Partydroge als Aphrodisiakum benutzt. In der Kombination mit Viagra gilt Poppers als lebensgefährlich - ebenso in Verbindung mit anderen Medikamenten und Drogen oder wenn die stark ätzende Flüssigkeit getrunken wird. Was vielen hierzulande nicht bewusst ist: In Deutschland ist Poppers, anders als in Großbritannien, ein verschreibungspflichtiges Medikament, da es früher gegen Herzbeschwerden eingesetzt wurde. Zwar ist der Besitz von Poppers somit legal, doch darf es nicht verkauft werden. Nicht selten kommt es aber zu Razzien in Sex-Shops, die das Verkaufsverbot ignorieren. Im Jahr 2015 hat auch Österreich den freien Verkauf von Poppers beendet. Letztes Jahr gab es sogar auf Seiten der konservativen britischen Regierung den Versuch eines Poppers-Verbots. AIDS-Aktivisten sind dagegen jedoch Sturm gelaufen, weil durch die Kriminalisierung der Nutzer die Prävention erschwert werde. Diese Problematik sollte auch in Deutschland bedacht werden. (sgt)

16.05.2017


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