Türkei: Ende der Zwangs-Sterilisation für Transsexuelle

Ein Hoffnungsschimmer in einem Land, das die Rechte von religiösen und sexuellen Minderheiten zuletzt immer mehr eingeschränkt hat?

In der Türkei hat der Oberste Verfassungsgerichtshof entschieden, dass Transsexuelle sich nicht mehr sterilisieren lassen müssen, um in ihrem Geschlecht offiziell anerkannt zu werden. Das Gericht beugt sich damit einem Urteil des Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte, dem auch die Türkei unterliegt.

Bei Beobachtern kommt die Entscheidung dennoch überraschend. Schließlich kämpft die Türkische Regierung gegen aus ihrer Sicht unsittliches Verhalten.

Das mehrmalige Verbot der Pride Parade in Istanbul ist dabei nur die Spitze des Eisbergs. Die neue Entwicklung macht dennoch Hoffnung, dass die LGTBQ Community in den kommenden Jahren wieder zu ihrem Recht kommen könnte.

Ein Blick auf die Gesetzeslage in anderen europäischen Staaten zeigt übrigens, dass auch der Rest Europas nicht unbedingt als Vorbild gelten kann. So ist die Zwangssterilisierung nach wie vor in 12 Staaten der EU obligatorisch. Eine formale Änderung gab es bisher auch in Deutschland nicht. (fl)

15.12.2017
© vrenKalinbacak
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