Kampf gegen Winterdepressionen

Im Winter häufen sich jahreszeitlich bedingte Depressionen. Dies liegt vor allem am saisonal bedingten Mangel an Sonnenlicht. Durch die oft schlechte Witterung bleiben Menschen viel im Haus, was den Lichtmangel verstärkt. Besonders Menschen, die ohnehin viel Stress und seelischen Belastungen ausgesetzt sind, leiden im Winter nicht selten an Depressionen.

Typische Symptome der Winterdepression sind das Gefühl mangelnder Freude, das Schwinden von Interessen und ein erhöhtes Bedürfnis nach Schlaf. Nicht selten kommt ein gesteigertes Essbedürfnis dazu. Bei schwereren Form können körperliche Beschwerden auftreten wie Kopfschmerzen, Kreislauf- und auch Magen-Darm-Beschwerden. Eine trübe Stimmung erfasst die Betroffenen. Andere erleben sie nun als launig. Sie fühlen sich oft antriebslos. Das gesamte Leben ist so beeinträchtigt, was sich auf das Privat- und auch auf das Berufsleben auswirken kann. Wenn solche Symptome in den letzen 5 Jahren immer wieder saisonal aufgetreten sind, handelt es sich sehr wahrscheinlich um eine Winterdepression.

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Der Übergang zu einer klinisch diagnostizierbaren depressiven Episode ist fließend. Auffällig sind dabei ein deutliches Gefühl der inneren Leere, ein spürbares Nachlassen der Aufmerksamkeit, ein Gefühl der Hoffnungslosigkeit, die Tendenz zum Rückzug, ein allgemeines Niedergeschlagenheitsgefühl sowie Ein- und Durchschlafprobleme. Ganz typisch für eine depressive Episode ist das ständige Grübeln über vergangene Dinge oder Gegebenheiten, die man nicht ändern kann. Bei solchen Zuständen ist ärztliche Hilfe notwendig, die einerseits aus depressionsaufhellenden Medikamenten, andererseits aus helfendne Gesprächen bestehen kann.

Bei einer ärztlichen Konsultation ist die Kontrolle durch ein Blutbild wichtig, weil dabei Mangelzustände erkannt werden, insbesondere auch Vitamin B12-Mangel und eine denkbare Schulddrüsenunterfunktion.

In schwereren Fällen wird der Arzt ein Antidepressivum verordnen. Dazu gehören sogenannte trizyklische Medikamente, Serotonin-Wiederaufnahmehemmer und Noradrenalin-Wiederaufnahme-Hemmer, die auf der Ebene der Neurotransmitter in den Gehirnstoffwechsel eingreifen. Diese Medikamente können relativ kurzfristig emotional stabilisieren und die Körperfunktionen normalisieren helfen. Die Besserung macht sich nach etwa vierzehn Tagen deutlich durch ein Zurückgehen der Beschwerden bemerkbar.

Abgesehen von medizinischer Hilfe können die Betroffenen auch selbst ein Menge zum Reduzieren der Beschwerden tun, die durch eine Winterdepression ausgelöst werden.

Bei manchen Menschen haben sich Johanniskraut-Medikamente bewährt. Sodann gilt es, die körperliche Trägheit einzudämmen. Kohlenhydrate und fettreiche Nahrung sollten reduziert werden, was für viele bereits eine erhebliche Hürde darstellt. Gerade im Herbst und im Winter kommt man in Supermärkten kaum an den süßen Verlockungen durch Weihnachtsgebäck wie Lebkuchen und Christstollen vorbei. Die Angebote der Supermärkte an fettreichen Produkten sollten bewusst ausgeschlagen werden und auch das überreichliche Schlemmen an den Feiertagen.

Besonders hilfreich ist Bewegung an der frischen Luft. Einerseits wird dadurch die natürliche Lichtzufuhr erhöht, andererseits bringen insbondere Laufen, Nordic-Walking und alle Formen von Wintersport den Körper in Schwung und steigern das Wohlbefinden durch erhöhte Sauerstoffzufuhr. Winterspeck kann so auch nur schwer angesetzt werden. Manche Menschen kaufen sich ein Lichtgerät mit einer Lichtstärke von 2.500 Lux bis 10.000 Lux. In Absprache mit dem Arzt setzen sie sich zwei Mal am Tag 30 Minuten lang unter diese Lichtdusche. Durch all diese Maßnahmen sind Winterdepressionen gut beherrschbar.
(pa)

10.01.2018
© Marjan_Apostolovic
© Marjan_Apostolovic

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