Lesbische Erzieherin verliert nach Hochzeit ihren Job

Lisa Nicklas ist Erzieherin im katholischen Kindergarten in Kleinschwarzenlohe (Bayern). Die 31-Jährige wird 2018 ihre Freundin Julia heiraten. Schon lange lebt sie mit ihrer Lebensgefährtin zusammen. Das haben alle gewusst, und das war nie ein Problem. "Ich habe da immer mit offenen Karten gespielt", sagt die 31-jährige Schwabacherin.

Als es um die konkrete Hochzeitsplanung geht, meldet sich Lisas Chef. Der katholische Kindergarten in Kleinschwarzenlohe ist Teil des katholischen Kinderhauses, mit Hort und Krippe, und wird von der katholischen Kirchenstiftung Kornburg getragen. An der Spitze der Stiftung steht Pfarrer Franjo Skok.

Der Geistliche gab Lisa höflichst zu verstehen, dass er ihr zwar ein sehr gutes Arbeitszeugnis ausstellen werde, dass er sie aber nicht mehr weiter beschäftigen könne, wenn sie ihre Hochzeitspläne umsetzen würde.

Wenn die Hochzeit nicht stattfinden würde, dann könne man natürlich über die Verlängerung ihres bisher befristeten Vertrages reden.

Die Diözese Eichstätt verweist auf Nachfrage in diesem Fall auf einen wichtigen Leitfaden, die „Grundordnung des kirchlichen Dienstes im Rahmen kirchlicher Arbeitsverhältnisse“. Darin heißt es in Artikel fünf, dass das Eingehen einer eingetragenen Lebenspartnerschaft ein Loyalitätsverstoß ist.

"Eine der schönsten Vorstellungen unseres Glaubens ist doch, dass vor Gott alle Menschen gleich sind. Und dass Gott jeden liebt", sagt die Erzieherin.

Lisa Nicklas beginnt nun von sich aus einen neuen Job zu suchen, bevor die Kirche sie kündigt oder ihren Vertrag auslaufen lässt.
(js)

12.02.2018
© kot63
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