Einbruch – was können wir tun?

Schock, Angst und das verlorene Sicherheitsgefühl

Alle 3,8 Minuten wird in Deutschland in eine Wohnung oder ein Haus eingebrochen. Nicht selten sind die Bewohner sogar noch im Haus. Meist ist der Schaden durch Angst und Verunsicherung viel größer, als der Sachschaden. Schwerwiegende psychische Probleme können die Folgen sein, denn der Einbruch ist für die Bewohner ein großer Schock. Die Diebe stahlen nicht nur Wertgegenstände sondern auch den Schutz der ganz persönlichen Privatsphäre. Durch das verlorene Sicherheitsgefühl, zieht mehr als die Hälfte aller Einbruchsopfer innerhalb eines Jahres aus der betroffenen Wohnung aus. Der Gesamtschaden durch Einbrüche beträgt bundesweit etwa 500 Mio. Euro pro Jahr.

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Doch was können wir tun, damit sowas erst gar nicht passiert? Wie können wir uns schützen?

Dazu müssen wir erst einmal folgende Dinge wissen:

- Die meisten Einbrecher sind Gelegenheitsdiebe, die zum Beispiel von offenen Fenstern angelockt werden.

- Viele Einbrüche passieren am hellen Tag, wenn die meisten Menschen an der Arbeit sind.

- Wenn es der Einbrecher nach drei Minuten nicht geschafft hat, die Tür oder das Fenster zu öffnen, bricht er den Versuch in der Regel ab.

- Die meisten Täter kommen durch die Haus- oder Terrassentür. Auch ein gekipptes Fenster bietet Gelegenheit. Da Terrassen- oder Balkontüren oft nur unzureichend durch Einfachstbeschläge mit Rollkolben gesichert sind, kann man sie leicht, etwa mit einem Schraubenzieher, aufhebeln.

Wie können wir nun also vorbeugen?

Eine Alarmanlage ist wirklich toll, denn die meisten Einbrecher versuchen es erst gar nicht, wenn sie eine solche Sicherheitsvorkehrung sehen und bemerken. Allerdings ist solch eine Anlage nicht gerade preiswert. Günstiger und nicht weniger hilfreich sind Fensterschlösser, Rollladensicherungen und Kameraattrappen. Vorhandene Kellerfenster können mit Gittern geschützt werden.

Neben technischen und mechanischen Sicherheitsvorkehrung gibt es eine, die komplett kostenlos ist, und dabei höchstwahrscheinlich auch die sicherste: aufmerksame Nachbarn.

Ein gutes Verhältnis zur Nachbarschaft ist wichtig, denn sie können bei Auffälligkeiten den Notruf alarmieren, nach dem Rechten sehen und bei Abwesenheit wichtige Vorkehrungen treffen.

Einbrecher erkennen, wenn man über einen längeren Zeitraum nicht anwesend ist, weil man zum Beispiel in den Urlaub gefahren ist.

- Der Briefkasten quillt über und vor der Tür liegen ältere Zeitschriften und Magazine

- Die Fenster sind über einen längeren Zeitraum geschlossen und die Rollos heruntergelassen

- Aus dem Haus oder der Wohnung sind keine Geräusche zu hören

- Das Telefon ist nicht besetzt und der Anrufbeantworter meldet sich

- Die Blumen auf der Fensterbank oder im Vorgarten sind vertrocknet

Man sollte den Nachbarn unbedingt Bescheid geben, wenn man in den Urlaub fährt. Sie können ein Auge auf die Wohnung oder das Haus werfen. Außerdem können sie den Briefkasten leeren und die Blumen gießen.

Was können wir mit wenig Aufwand noch tun, um vorzubeugen?

Wir können Anwesenheit simulieren, in dem man zum Beispiel mit Zeitschaltuhren dafür sorgt, dass Licht, TV und Radio sich abwechselnd anschalten. Abschreckend für Einbrecher sind auch Bewegungsmelder vor der Haustür, da man so schnell auf sich aufmerksam macht und entdeckt werden könnte.

So gerne wir auch unsere Urlaubsfotos teilen und unsere Freunde wissen lassen wollen, wie toll unsere Reise ist, auf keinen Fall sollten wir unsere Abwesenheit und unseren Urlaub auf den verschiedenen Social Media Kanälen posten, denn so können wir den Dieb auch einfach direkt einladen. Die tollen Eindrücke unseres Urlaubs können wir auch nach unserer Reise noch posten, wenn wir wieder zu Hause sind.

Weitere hilfreiche Tipps:

- Wenn der Schlüssel doch einmal verloren geht, dann sollte umgehend der Schließzylinder ausgetauscht werden

- Die Haustür nicht nur ins Schloss ziehen, sondern immer zwei Mal abschließen, selbst, wenn man nur kurz einkaufen geht

- Haus- oder Wohnungsschlüssel niemals draußen im Garten deponieren, denn Einbrecher kennen wirklich jedes Versteck

- Wertsachen nicht offen vor dem Fenster herumliegen lassen, besser verstecken oder wegschließen

- Wertsachen, die nur selten gebraucht werden, gehören ins Bankschließfach

Vielleicht überlegen wir uns in Zukunft zweimal, ob wir unsere Nachbarn anzicken, wenn mal wieder ein Fahrrad oder Kinderwagen im Flur steht, oder ob wir gleich die Polizei rufen, wenn der Nachbar über uns am Wochenende mal wieder zu laut feiert. Ein gutes Verhältnis zur Nachbarschaft ist hilfreich und sollte gepflegt werden, denn vielleicht ist es ja genau dieser Nachbar, dem wir mal einen gescheiterten Einbruchsversuch zu verdanken haben.


(julia.scheller)

13.04.2018
© Rainer Fuhrmann
© Rainer Fuhrmann

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