Grindr gibt HIV-Daten weiter

Die in der LGBT-Community beliebte Dating-App Grindr gibt HIV-Daten an Dritte weiter.

Grindr hat jeden Tag bis zu 3,6 Millionen aktive Nutzer und besitzt hochsensible Daten, wie beispielsweise den HIV-Status oder das Datum des letzten Aidstests. Doch diese Daten bleiben nicht bei Grindr. Das geht nun aus einer Untersuchung der norwegischen unabhängigen Forschungsorganisation „SINEF“ hervor.

Wie die „Frankfurter Allgemeine berichtet, haben die Forscher von „SINEF“ jeweils mit einem Android Smartphone und einem iPhone ein Profil bei Grindr erstellt, weil sie den Datenverkehr untersuchen wollten.

Das Ergebnis: Grindr teilt nicht nur Nutzerdaten, wie Alter, Größe und Gewicht automatisch und unverschlüsselt mit zwei IT-Dienstleistern, auch HIV-Status, Datum des letzten Aidstests und die aktuelle Position (via GPS) werden direkt übertragen. Empfänger der hochsensiblen Daten sind „Apptimize“ und „Localytics“. Nach Angaben der Dating-App benötigen die beiden Unternehmen die Daten um die App zu optimieren.

Die Daten sind bei der Übertragung anfällig für Hackerangriffe. Außerdem wird Grindr von Homosexuellen auf der ganzen Welt genutzt, auch in Ländern, in denen Homosexualität unter Strafe steht, wie etwa Russland oder der Irak. In diesen Ländern, wird den Menschen eine Möglichkeit geboten, sich zu treffen und auszutauschen, jedoch muss die Grundlage dafür Anonymität und Vertraulichkeit sein, weil sonst staatliche oder gesellschaftliche Repressionen drohen.


(js)

09.04.2018
In seinem persönlichen Grindr-Profil kann man freiwillig den HIV-Status angeben© tommaso79
In seinem persönlichen Grindr-Profil kann man freiwillig den HIV-Status angeben© tommaso79

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