Russland: „Das Töten und Quälen von Schwulen nennen sie ein Spiel“

Kürzlich ist in Russland eine Website online gegangen, die ihre Besucher dazu auffordert, Menschen zu melden, die sie für lesbisch, schwul, bisexuell oder Transgender halten. Zu den Personen sollen möglichst Fotos und Informationen gestellt werden. Mit diesen Daten erstellen sie ein „Spiel“ oder eine Art Schnitzeljagd, in dem die Personen gejagt werden sollen.

Die Online-Präsenz nennt sich in Englisch „Saw“, benannt nach dem bekannten Horror-Thriller aus 2004, in dem die Opfer gefoltert und gequält werden. Des Weiteren ruft sie ein „tschetschenisches Comeback“ aus, bei dem sie sich auf die Misshandlung von Homosexuellen in geheimen Gefängnissen, im letzten Jahr bezieht.

Drei Männer haben sich bisher beim russischen LGBT+-Network gemeldet, seit dem die Seite online ging. Sie berichten von gewalttätigen Übergriffen. Allerdings wird von weiteren Opfern ausgegangen.

Gegenüber „Gay Star News“ sagte Mikhail Tumasov, Vorsitzender des russischen LGBT+-Network: „Das ist erschreckend. Das Töten und Quälen von Schwulen nennen sie ein Spiel.“ Etwas Ähnliches habe er noch nie gesehen. Besonders Angst mache ihm der erstmals „organisierte Ansatz homophober Gewalt“.

Tumasov befürchtet, dass die „Saw“-Betreiber es auch auf die Besucher der Fußballweltmeisterschaft 2018 abgesehen haben. Sein Rat an WM-Besucher ist derselbe wie an seine betroffenen Landsleute: «Seid sehr vorsichtig, wenn ihr ein Online-Date trefft, nehmt beim ersten Mal immer einen Freund mit», sagt Tumasov.

Wer als Opfer dieser Jagd seinen Namen von der Seite gelöscht haben will, muss 1500 Rubel zahlen.


(js)

03.05.2018
© BeeBright
© BeeBright

#kaufen##winbutton#
#location# #cityguide#