Autsch! Kein Verkehr bei Hämorrhoiden?

Bei kaum einer Erkrankung im analen Bereich sind die Irrtümer so weit verbreitet und mit Scham belegt wie bei Hämorrhoiden. Um gleich mit einem Vorurteil aufzuräumen: Durch Analsex entstehen keine Hämorrhoiden. Sie sind vielmehr schon da. Jeder Mensch hat Hämorrhoiden! Sie sind nichts Krankhaftes, sondern erfüllen eine wichtige Funktion in unserem Körper: Als Schwellkörper, die sich mit Blut füllen, sorgen sie für die Feinabdichtung des Enddarms – sie stellen also sicher, dass der Enddarm auch richtig schließt.

Von »erkrankten Hämorrhoiden« (besser: Hämorrhoidalbeschwerden) spricht man erst, wenn sich die erwähnten Gefäße durch Blutstauungen massiv vergrößert haben und dadurch Beschwerden verursachen. Im Anfangsstadium stellen die Hämorrhoiden vergrößerte Knoten im Analkanal dar, die noch nicht sichtbar oder tastbar sind. Im weiteren Verlauf der Erkrankung treten diese Knoten kurzfristig auch nach außen in Erscheinung, ziehen sich zunächst jedoch selbst wieder in ihre ursprüngliche Lage zurück. In einem späteren Erkrankungsstadium lassen sie sich nur noch mit dem Finger oder gar nicht
mehr in den After zurückschieben.

Eine gute Verdauung beugt Hämorrhoiden vor. Häufige Ursache ist eine angeborene oder erworbene Bindegewebsschwäche. Außerdem wird die Entstehung von Hämorrhoiden begünstigt durch häufige Verstopfung und ballaststoffarme Ernährung. Regelmäßige Einnahme von Abführmitteln, starkes Pressen beim Stuhlgang, Übergewicht und Bewegungsarmut (»sitzende Berufe«) sind ebenfalls Faktoren, die Hämorrhoidalbeschwerden begünstigen. Eine gute Verdauung, regelmäßige Darmentleerung (ballaststoffreiche Kost, viel trinken) und ausreichend Bewegung sollten daher als präventive Maßnahmen ganz oben stehen.

Beim Stuhlgang nicht zu stark pressen und sich entsprechend Zeit lassen gehört ebenfalls dazu. Bei der Entwicklung eines Hämorrhoidalleidens sind vier Schweregrade zu unterscheiden, in jedem Stadium stehen andere Symptome im Vordergrund. Die Vergrößerung der Hämorrhoiden allein deutet noch nicht auf eine Erkrankung hin. Sie ist bei 70 Prozent der Erwachsenen nachweisbar, ohne Beschwerden auszulösen. Hämorrhoiden können mit anderen Erkrankungen verwechselt werden. Deshalb ist vor einer Behandlung eine Untersuchung durch einen Proktologen sinnvoll. Eine universelle Behandlungsmethode gibt es nicht.

Der behandelnde Arzt muss sich je nach Stadium, individueller Anatomie und Beschwerden seines Patienten für eine Behandlungsmethode entscheiden. Normalerweise reichen bei Hämorrhoiden des 1. und 2. Grades kleinere ambulante Eingriffe aus. Die Beschwerden können außerdem durch tägliche lauwarme Sitzbäder und milde Stuhlaufweicher gelindert werden. Noch effektiver bessern sich die Symptome durch Verwenden von Salben, Zäpfchen oder Analtampons (Zäpfchen mit Mulleinlage). Bei Hämorrhoiden ab dem 3. und 4. Grad kann meist nur noch eine Operation Abhilfe schaffen. Aber wie steht es nun mit dem Anal-Sex? Dr. Alexander Herold vom Enddarmzentrum
in Mannheim wurde im »Focus« mit folgender Aussage zitiert: »Hier gibt es keinen Zusammenhang, im Gegenteil. Die Massage, die dabei ausgeführt wird, kann Hämorrhoiden eher verhindern als auslösen. Sind jedoch bereits Hämorrhoiden im fortgeschrittenen Stadium vorhanden, sollte man von dieser Sexpraktik abraten.« Je heftiger die Gewebeknoten nämlich entzündet sind, desto mehr nässen sie nach außen. Durch das Aneinanderreiben nimmt die Haut in der Pofalte Schaden – dadurch kann ein Analekzem entstehen. Aus diesem Grund sollte man beim Analverkehr auch immer Gleitgel verwenden.



11.06.2018
© Diy13
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