KyivPride: Größte Münchner Delegation aller Zeiten

So bunt war die Truppe aus der Lesben, Schwulen, Bi*-, Trans*- und Inter*-Community noch nie. Die Stadträtin Lydia Dietrich führte dieses Jahr 25 Leute in die Partnerstadt zum CSD.

Die einen suchen familiäre Wurzeln, manche haben ein Faible für Osteuropa, andere sind einfach neugierig. Die meisten der 25 Münchner*innen, die dieses Jahr zum ersten Mal in Münchens Partnerstadt Kyjiw zum CSD fahren, wollen sich aber auf jeden Fall solidarisch mit der ukrainischen LSBTI-Community zeigen. „Ich wollte mir das jetzt endlich mal selbst ansehen“, sagt Birgit Hermann, die in München eben noch mit zig anderen das lesbischwule und trans*-Chorfestival Various Voices organisiert hat. Unter den knapp 100 Chören waren auch vier aus der Ukraine. Hermann war es mit ihrer Projektgruppe, die die Zusammenarbeit mit den Ukrainer*innen vor vier Jahren aufgebaut hat. In der Ukraine war Birgit Hermann schon mal. In Odesa haben sie und ihre Mitstreiter*innen den Partnerchor Qwerty Queer besucht. Aber die Pride in der Hauptstadt fehlt ihr jetzt noch. Sie fühlt sich gut vorbereitet, obwohl man ja immer wieder schlimme Dinge aus Kyjiw höre, wenn es um den CSD dort gehe.

Und das stimmt. Anders als in München muss die Veranstaltung, an der im vergangenen Jahr 3500 Menschen teilgenommen haben, um für gleiche Rechte zu demonstrieren, von einem massiven Polizeiaufgebot geschützt werden. 5000 Beamt*innen waren dafür abgestellt. Zum Vergleich: In München laufen beim CSD im Juli jedes Jahr Zehntausende mit, und Polizei sieht man nur sporadisch rumstehen.

In den vergangenen Jahren ist der KyivPride immer größer und sichtbarer geworden. Passiert ist trotz der massiven Proteste nie etwas. Nur im Nachgang sind - schlimm genug - vereinzelt Teilnehmer*innen angegriffen worden. Während der Pride Week davor mit ihren vielen kulturellen Veranstaltungen, zu denen auch München dieses Jahr wieder beiträgt vom 8. bis 17. Juni, war es sowieso immer ruhig. Die Polizei schützt Veranstaltungsorte wie das Pride House. Hermann weiß also, was auf sie zukommt. Im Münchner Schwulenzentrum Sub hat die den Pride koordinierende Kontaktgruppe Munich Kyiv Queer, die Münchens Szene- und Pride-Kooperation mit Kyjiw trägt, sie und die übrigen 24 Delegationsmitglieder über die Sicherheitsrisiken aufgeklärt und über das anstehende Programm informiert, das heuer unter dem Motto "Sichtbarkeit" steht. „Das wird spannend“, sagt Hermann.




11.06.2018
Diese Münchner führen zur KyivPride
Diese Münchner führen zur KyivPride

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