Mein schönstes Liebeserlebnis: Waschen & abschmieren, bitte!

Endlich ist es soweit! Die Sonne scheint, es ist wieder Happy-Time. Und ich habe meinen Führerschein gemacht. Früher bin ich immer mit der Bahn gefahren. Das nervt manchmal. Also gebüffelt und gepaukt, eine nette Fahrschule auf Empfehlung gefunden. Jetzt bin ich soweit. Der Fahrlehrer meinte noch, dass ich viel Temperament habe. Wie er das wohl gemeint hat? Jedenfalls steht jetzt die Autowahl an. Ich möchte am liebsten ein Cabrio. Mit offenem Verdeck durch die Gegend cruisen, das ist es! Im Internet gibt es ganz viele Angebote – und ich habe gar keine Ahnung von Technik, das gebe ich gerne zu. Ein Freund von mir will seinen Wagen verkaufen. Ich schaue mir das Auto an und bin begeistert. Bequeme Sitze, elektrische Außenspiegel – was will man mehr? Und dann die Farbe: grün-metallic. Das ist es. Elegant und schick zugleich. Das Verdeck verschwindet automatisch im Kofferraum. So soll das sein, kein Gewurstel mit Haken und Ösen. Ein Blick unter die Motorhaube macht mich allerdings etwas nachdenklich. Denn das sieht irgendwie schmierig und schmuddelig aus. Mein Kumpel meint, das sei nur oberflächlich. Ich bin allerdings etwas penibel in solchen Dingen. Dann geht er noch hundert Euro runter im Preis, und alles ist ok.

Aber ich möchte es dabei nicht bewenden lassen. Also fahre ich zu einer Werkstatt und lasse mich beraten. Ich mag die Atmosphäre im handwerklichen Bereich. Das sind Leute mit Kompetenz in den praktischen Dingen. Ein kräftiger Mann mit blauer Latzhose kommt freundlich auf mich zu und fragt, wo denn der Schuh drückt. Ich erkläre ihm den Sachverhalt. Er greift sich in den Bart mit seiner großen, etwas ölverschmierten Hand und meint, das ist ja kein Ding. Er guckt sich den Motor an und erklärt mir, dass Motorwäsche hier ja nicht wirklich nötig ist. Andererseits sieht es natürlich besser aus, wenn alles blitzblank ist. Ich kann sogar darauf warten. Ich gehe in ein Café um die Ecke und bestelle mir auf der Terrasse ein großes Eis. Am Nebentisch sitzt ein junger Mann, der auffallend mit seinem Autoschlüssel spielt. Ich nicke ihm freundlich zu, wir kommen ins Gespräch. Er wartet ebenfalls auf sein Cabrio, das er zur Inspektion gegeben hat. Wir plaudern über die Vor- und Nachteile von offenem Fahren. Er kennt sich da bestens aus. Wir fahren sogar die gleiche Marke. Tom ist in einem Club, der Touren organisiert. Und er ist schwul. Wir diskutieren die nächsten Ziele, die in diesem Sommer stattfinden für gemeinsame Fahrten. Mal am Wochenende an die Ostsee zum Beispiel. Er zeigt mir Fotos von früheren Ausflügen. Das klingt prima, denn in der Gruppe macht das doch richtig Spaß. Dann wird es Zeit, das Auto abzuholen. Wir tauschen noch unsere Kontaktdaten aus. Zwei Wochen später sind wir mit fünf anderen Cabrio-Fans unterwegs. Wir haben uns ein gay-friendly Hostel ausgesucht, wo wir vom Chef persönlich herzlich empfangen und richtig verwöhnt werden. Und mit Tom teile ich jetzt nicht nur die Freude am Fahren, sondern auch noch intime Freuden. So schnell kann das gehen, wenn man gemeinsame Interessen hat ;-) (rb)



Freizeitfun mit dem eigenen Automobil

Mit dem Auto ist man unabhängig und kann seine Mobilität frei bestimmen. Die Umweltfreundlichkeit wird durch neue Technologien verbessert. Auch kann man Menschen, die sich kein Auto leisten können oder möchten, eine Mitfahrgelegenheit bieten. Die Freizeitgestaltung wird flexibler, das Fahren mit offenem Verdeck ist für viele ein saisonales Highlight.


(rb)

12.07.2018
© franckreporter
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