Eine nicht enden wollende Motorhaube, eine flache Silhouette und eine betont muskulöse Formgebung prägen den neuen Opel GT. Beim genaueren Hinschauen werden gar Gedanken an amerikanische Muscle-Cars wach, die bereits durch ihren Anblick in der Lage waren, Gänsehaut hervorzurufen. Schön ist er sowohl mit geöffnetem als auch mit geschlossenem Verdeck, was sich manuell
durch ein paar Handgriffe erledigen lässt. Der Innenraum ist geprägt von sportlicher Enge, einem Lederlenkrad und einem kurzen Schaltknüppel mittels dessen sich die Gänge in noch kürzeren Schaltwegen knackig durch die Schaltkulisse dirigieren lassen. Die Instrumentierung ist gut einsehbar und die Bedienelemente
sind an den üblichen Plätzen sinnvoll angeordnet. Auch die Verarbeitung und die verwendeten Materialien sind in Ordnung. Einmal Platz genommen stellt man schnell fest, dass man nur knapp über dem Asphalt sitzt und durch die Scheiben die Außenwelt wie durch ein Visier wahrnimmt. Das ist mal echtes Sportwagen-Feeling
und ich bin gespannt, ob sich dieser Eindruck fortsetzt. In tiefem Bass tönt der Turbomotor im Leerlauf und hängt bestens am Gas. Ohne nennenswerte Verzögerung baut der zweiflutige Turbolader schon beim Anfahren Ladedruck auf und sorgt sofort für mächtig Druck. Geradezu spielerisch wird das Antriebsaggregat mit den zu bewegenden 1.406 Kg* fertig. Genauer gesagt nicht bloß spielerisch, sondern schon geradezu verspielt. Zwar wurde durch eine günstige Gewichtsverteilung (51:49) und den Einsatz eines bis zu 70% sperrenden Differenzials alles getan, um die Leistung ohne Schlupf umsetzen zu können. Dennoch befindet sich das Frontmotor-Heckantrieb-Konzept bei dieser Leistung sicherlich auch physikalisch gesehen in der Nähe der bestehenden Grenzen.
Nur allzu gerne möchte die Hinterachse unter dem Temperament der
264 Hengste und einem maximalen Drehmoment von 353 Nm seitlich
am Schwerpunkt vorbei und wird dabei lediglich vom ESP gezügelt.
Schaltet man dieses ab und gibt die Sporen, ist man Herr über einen puren Sportwagen, welcher über ausreichend Leistung verfügt, um sich auch im Drift durch Kurven zu bewegen. Der Sprint von 0-100 wird in 5,7 s** erledigt, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 229 km/h**. In dieses Gesamtbild passt auch die erfreulich direkte Lenkung und die knackig-harte Fahrwerksabstimmung. Die doppelten Dreiecksquerlenker aus geschmiedetem Aluminium sind echte Renntechnik und spätestens jetzt wird klar, dass der GT ein ernstzunehmendes Sportgerät ist, weitab von jeglichem Show- Car-Dasein. Der anfängliche Eindruck
hat also nicht getäuscht.
Alles in allem ist der Opel GT ein echter Hingucker mit Muscle Car-Charakteristik auf hohem technischen Niveau, der bei abgeschaltetem ESP auch durchaus den Fahrer fordert. Genau das macht verdammt viel Spaß und kann süchtig machen. Man kann es sich kaum mehr verkneifen, im richtigen Moment Gas zu geben und hier und da durch kleine Drifts etwas Umdrehung im Lenkrad einzusparen. Bei all dem erscheint der Listenpreis von 32.400 Euro geradezu bestechend. (cs)