Ohne die teure KFZ-Versicherung wären die Autos wohl grösser!
Dass jeder Autofahrer mindestens eine KFZ-Haftpflichtversicherung braucht, muss ich wohl niemandem erklären. Zusätzlich kann wahlweise noch eine Kaskoversicherung abgeschlossen werden, die dann Schäden am eigenen Fahrzeug reguliert. Hier möchte ich kurz noch einmal den Unterscheid zwischen Voll- und Teilkasko aufklären, da das immer wieder verwechselt wird. Die Teilkasko zahlt alle Schäden am eigenen Fahrzeug, die nicht mit einem Unfall oder Vandalismus zu tun haben. Das kann zum Beispiel der klassische Steinschlag sein. Die Vollkaskoversicherung deckt zusätzlich noch die Unfall- und Vandalismusschäden ab.
So genug der Belehrung. Widmen wir uns der wichtigsten Frage in diesem Bereich. Die Frage nach dem Preis. Die KFZ ist die teuerste Sachversicherung. Das kommt von der unheimlich hohen Schadenquote, die überwiegend durch die jungen unerfahrenen Autofahrer verursacht wird. Die Gesamtschadenskosten einer Versicherung werden immer auf die Anzahl der Versicherten aufgeteilt, woraus sich dann der Preis der Versicherung bestimmt. Für Autofahrer die wenige Schäden verursachen ist das eine ungerechte Sache, da sie die Schäden der anderen mit ihren Beiträgen mit bezahlen müssen. Aus diesem Grund gibt es die sog. Schadenfreiheitsklassen. Durch dieses Rabattsystem werden die Beiträge gerechter verteilt, indem der schadensfreie Autofahrer weniger bezahlt als der mit mehreren Schäden. Die SF-Klassen entsprechen immer einem Jahr. Fährt ein versicherter also ein Jahr schadenfrei wird er eine Klasse höher gestuft. Nun will ich Euch nicht mit Dingen nerven, die Ihr eh schon wisst. Die Frage ist doch, wie werden wir am günstigsten eingestuft.
Generell fangen junge Leute immer mit einer niedrigen Schadenfreiheitsklasse an. Bei den meisten Versicherern ist das SF1/2. Das entspricht einem Beitragssatz von 140 %. Der arme Fahranfängerzahlt also 40 % mehr als der Vertrag eigentlich kostet. Wenn das Auto dann noch eine schlechte Risikogruppe hat, wird der Vertrag sehr teuer und mit ihm der Traum vom ersten Auto.
Nun gibt es allerdings einige Tricks, um die SF-Klasse zu drücken. So bieten einige Versicherer an einen Fahranfänger in SF2, also 85 % einzustufen (immerhin 55 % weniger), wenn ein Elternteil sein Auto auch bei dem gleichen Versicherer anmeldet. Ferner kann einer Rabattübertragung von einem Verwandten, z. B . dem Vater oder der Oma vorgenommen werden. In diesem Fall gehen die schadenfreien Jahre auf den Fahranfänger über. Hier ist allerdings zu beachten dass der jenige, der die Jahre bekommt, dieseauch tatsächlich hätte aufbauen können, Das heißt also dass ein 18-jähriger nicht 10 schadenfreie Jahre bekommen kann, da er den Führerschein ja max. erst 2 Jahre besitzt.
Dazu solltet Du immer nach einem Bonus Ausschau halten. So bieten Versicherer einen Nachlass auf den KFZ-Vertrag an, wenn Du weitere Versicherungen wie Privathaftpflicht, Hausrat und Unfall, etc. bei dem Versicherer abschließt. Dies sind Verträge, die man ja meistens eh hat und auch haben sollte. Warum sie also nicht im Bündel billiger nehmen.
Auch wenn der Preis grade für junge Autofahrer natürlich das wichtigste ist, sollte nicht vergessen werden, warum die Versicherung überhaupt abgeschlossen wird. Der Sinn eines Versicherungsvertrages ist es ja, im Schadenfall eine Leistung zu erhalten. Es gibt viele Versicherer die mit besonders günstigen Preisen werben. Hier ist jedoch besondere Vorsicht geboten. Billigverträge enthalten meistens nur die gesetzliche geforderten Mindestleistungen. Das macht sich im Detail bemerkbar, wenn zum Beispiel nur Haarwild versichert ist, der Unfall mit einem Hund aber nicht. Wenn in der Kasko die grobe Fahrlässigkeit nicht eingeschlossen oder eine Werkstattbindung vorhanden ist. Solche und viele andere Nachteile bedeuten im Schadenfall Zusatzkosten und machen einen billigen Vertrag im Nachhinein meist teurer. Ein weiterer Nachteil ist der mangelnde Service. Bei einem Billiganbieter ist der Versicherte im Schadenfall auf sich allein gestellt: Muss Fragen auf irgendeinem Formular beantworten, weiß nicht recht an wen er sich wenden soll und welche Konsequenzen zum Beispiel eine unglücklich gewählte Formulierung auf die Versicherungsleistung hat.
Wichtig ist auch hier wieder, dass Du Dich an Deinen Vermögensberater wendest, der Dir helfen wird, den richtigen Vertrag mit den richtigen Rabatten zu finden und der Dich im Schadenfall unterstützt, auch eine entsprechende Leistung auf Deinem Vertrag zu erhalten. (mr)
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01.03.2011
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