Ob in Hochglanzgazetten oder in der Yellow-Press, jedes Jahr liest man zu dieser Zeit immer wieder die gleichen Platitüden. Es handelt sich dabei um dieselben vom Vorjahr, welche wieder mal aus den verstaubten Archiven befreit und mit frischen und munteren Worten erneut zum Blühen gebracht werden. Beauty-Tipps, wie man die Haut und den Körper frühlingsfrisch macht. Ein Beauty-Frühlingsputz wird dafür empfohlen, da die Haut nach dem aaach-so-langen Winter nun endlich wieder aufgefrischt, gesäubert, gepeelt und aktiviert werden muss.
Vielen Dank für diese Hinweise. But I‘m not amused! Und vielen Dank für ein darin verborgenes Rätsel.
Es handelt sich dabei nämlich um die Frage, ob all die Journalisten, welche diese Texte verzapft haben, während der Zeit von Anfang November bis Ende März regungslos in einer muffigen Holztruhe geschlummert haben? Haben diese Textkonstrukteure in den Wintermonaten nur Meisenknödel gefuttert und sich nicht geduscht, danach nicht eingecremt und die Hände ohne Handschuhe der Kälte und dem Schnee ausgesetzt? Haben sie nicht ihre Haare gewaschen, sind sie nicht ab und an mal zum Friseur gegangen oder haben sie nicht vielleicht doch mal eine Sauna besucht und ihren alten Ranz ausgeschwitzt? Haben Sie wie tiefgefrorene Frühlingsrollen im Gefrierfach übernachtet, um schließlich nach circa fünf Monaten mit fahlen, schrumpeligen und verpickelten Backen wieder die Welt zu erblicken? Und öffnen diese vermeintlichen Fachleute in diesen Zuständen die Text-Konservendosen des Jahres 1985, um damit die Leser mit der Verkündigung von Pflege-Binsenweisheiten vom Winter- in den Frühjahrschlaf zu schubsen?
Man weiß es nicht.
Auch als Beautyredakteur von Schwulissimo bekomme ich selbst nach harten Recherchen darauf keine befriedigenden Antworten. Anders anscheinend als bei meinen Beauty-Redakteur-Kollegen und -Innen der anderen Verlage sind mir in den vergangenen kalten und schneereichen Monaten immer wieder dieselben Menschen draußen und drinnen begegnet, die ich auch aus den anderen Jahreszeiten kenne.
Diese Menschen haben sich auch während des Winters, meist zwangläufig, zum Beispiel weil der Job es verlangte, weil die Tante zu einem Besuch ins Altersheim einlud, weil der Kanarienvogel die kahle Kastanie vor dem Haus attraktiver fand als die heimische Volière oder auch weil der eine oder andere Lebensmitteleinkauf in den Wintermonaten die Vorratskammer wieder füllen musste, die frische Luft außerhalb von Wohnungen und Büros geatmet.
Diese Personen waren – trotz der Jahreszeit, dabei geduscht, gekämmt oder zumindest in demselben Pflegezustand, den ich auch schon aus wärmeren Jahreszeit-Perioden bei ihnen feststellen durfte. Wie auch immer - ich küre deshalb die Beauty-Frühlings-Putz-Tipps zum April-Beauty-No Go des Jahres 2010. Was die Welt nicht braucht, sind solche Empfehlungen - weder für‘s Gesicht noch für den Küchenfußboden.
Aber April-Beauty-Tipps, wie man das, was am eigenen Aussehen stört, zu allen Tages-, Nacht- und Jahreszeiten ändern kann, sind natürlich immer sehr gefragt. Deshalb folgen nun wie gewohnt, die nützlichen Schwulissimo-Beauty-Tipps von Niels Blume:
April- und Rest des Jahres-Beauty-Tipp Nr. 01
Wie bekomme ich den Glanz auf der Stirn weg?
Viele Männer stören sich daran und wissen nicht, was sie gegen den fettigen Glanz auf der Stirn, der Nase oder manchmal auch im gesamten Gesicht tun sollen. Ursache für diesen Glanz ist eine Überproduktion der Talgdrüsen. Ursächlich kann man dagegen nichts tun, denn die Talgproduktion ist durch kosmetische Methoden nicht beeinflussbar. Haut mit diesem Symptom neigt oft auch zu leichten Unreinheiten oder sogar Pickeln. Hautpflegeprodukte für ölige, fettige Haut oder fettige Mischhaut sind hier die richtige Wahl. Es gibt in solchen Pflegeserien oft Tagescremes oder Fluids, welche mattierend wirken und den Hautglanz für einige Stunden unter Kontrolle halten können. Diese Produkte gibt es zum Beispiel von lavera Naturkosmetik, Dr. Grandel MEN oder THALGOMEN. Puder ist natürlich auch noch eine Möglichkeit. Dafür muss man allerdings schon ein ganzer Mann sein ... oder eine gut abschließbare Schublade besitzen ...
April- und Rest des Jahres-Beauty-Tipp Nr. 02
Freitags-Abends nach einem langen Arbeitstag noch ausgehen?
Meine Haut sieht noch müder aus, als ich mich fühle. Was also tun? Jetzt hilft nur noch der Griff in die Trickkiste: Das Gesicht zunächst reinigen. Dann eiskaltes Wasser ins Gesicht schaufeln. Die Haut wird sofort rosig und ist frisch durchblutet. Das ist die Basis für ein Powerprodukt, wie zum Beispiel eine Lifting-Ampulle. Klingt zunächst so, als ob das nur für Damen jenseits der 70 zu empfehlen ist, hilft aber tatsächlich schnell und sichtbar. Und ist altersund geschlechtsunabhängig wirksam. In solchen Ampullen befinden sich Wirkstoffe, welche die Haut vorübergehend glätten, straffen und ebenmäßiger aussehen lassen. Für einen Abend, an dem man besonders gut aussehen möchte, ist das die perfekte Lösung. Die Anwendung erfordert aber ein klein wenig Übung: Als erstes die Ampulle am gekennzeichneten Brechrand öffnen, dann den Inhalt nach und nach portionsweise in die Gesichtshaut einmassieren und einwirken lassen. Am besten ist es, vor dem ersten wichtigen Termin schon einmal diese Anwendung auszuprobieren. Produkte gibt es zum Beispiel von MORAVAN-Mimik-Blitzlifting über www.finestore.de.
April- und Rest des Jahres-Beauty-Tipp Nr. 03
Was tun bei kleinen Schnittverletzungen durch nass Rasieren?
Blutstillung ist das erste Gebot. Ein Klassiker ist Alaunstein. Bei www.manufactum.de bekommt man diesen in einer dekorativen alten Verpackung. Anfeuchten und auf die Schnittverletzung draufhalten. Schon nach ganz kurzer Zeit ist die Blutung gestoppt. Alaunstein brennt jedoch bei dieser Anwendung auf der Haut. Deshalb ist diese Methode nichts für empfindliche Zeitgenossen. Eine andere Möglichkeit ist das wasserdichte, blutstillende »Liquid Bandage«-Flüssigpflaster von Compeed aus der Apotheke. Es trocknet sofort und schützt die Wunde. Hat man nichts davon parat, hilft auch Spucke. Durch Untersuchungen wurde festgestellt, dass ein Protein mit Namen Secretory Leucocyte Protease Inhibitor im Speichel ebenfalls die Wundheilung fördert. (nb)