Am 03. Juni in Düsseldorf. Am 06. Juni in Dresden, am 19. Juni in Berlin. Es geht wieder los. Der CSD lockt auch 2010 bundesweit Gays und Lesben auf die Straßen und manch einer bzw. eine reist dafür von Stadt zu Stadt. Stundenlang wird dann in der Karawane gewandert und zahllose Teilnehmer lassen sich dabei, sofern der Wettergott CSD-freundlich gesonnen ist, die Sonne auf die Glatze, die Schultern, den Rücken, das Gesicht, Arme und Hände brutzeln. Meist unvorbereitet, wie man dann am späteren Abend feststellen kann. Denn der Sonnenbrand hat zugeschlagen: Mann und Frau waren offensichtlich ungeschützt zum CSD aufgebrochen.
Wer sich dabei nicht ganz so schlimm verbrannt hat, dem ist dann eigentlich auch kein großes Unglück passiert. Aber ein Sonnenbrand ist immer ein Hinweis darauf, dass man nicht wirklich vorsichtig mit seiner Haut umgegangen ist. Dabei ist es einfach, die Haut vor zuviel Sonne zu schützen. Sonnenschutzmittel sind nämlich eigentlich jedem bekannt. Gerne werden sie aber immer wieder vergessen.
UV-Strahlen machen alt
Das ist keine neue Erkenntnis. Man weiß mittlerweile, dass UV-Strahlen die Zellen schädigen - ein Prozess, der bei jungen Menschen (bis etwa Mitte 20) durch körpereigene Reparaturmechanismen besser kompensiert werden kann, als bei älteren Personen (ab Anfang 30). Dann nämlich lassen diese natürlichen Regenerationskräfte nach und Sonnenlicht fördert die Bildung von Altersflecken und den Abbau von Kollagen in den Zellen. Das sichtbares Ergebnis ist eine schlaffe und faltige Haut.
Aber Sonne macht Spaß
Sie fördert das Wohlbefinden, die Entspannung und lässt einen Abstand gewinnen vom Alltagsstress. Sich einzucremen, um sich von diesem Genuss abzuschirmen, erscheint vielen deshalb, trotz des Wissens um Hautschädigungen, absurd. Zudem werden Sonnencremes oft nicht geliebt, weil sie sich fettig und pappig anfühlen, schmieren, kleben und die Haut weiß und kränklich aussehen lassen. Die Kleidung klebt an der Haut und am Strand fühlt man sich wie paniert.
Wenn sie dann doch angewendet werden, so werden Sonnenschutzmittel meist viel zu dünn aufgetragen. Dabei ist gerade die üppige Anwendung dieser Produkte entscheidend für den tatsächlichen Schutz der Haut. Aber wer mag sich schon fühlen wie eine Ölsardine?
In internationalen Messverfahren ist die Menge der anzuwendenden Creme aus Gründen der Standardisierung einheitlich vorgegeben: 2 ml pro Quadratzentimeter Haut sollten es sein. Das ist etwa so viel wie der Inhalt einer Kosmetikprobe, die häufig in Zeitschriften eingeklebt sind. Theoretisch also sollte man eine wirklich dicke Pampe auf der Haut tragen. Die Kleidung würde auf so einem Schmierfilm glatt vom Body gleiten ...
Kaum ein Anwender benutzt also die empfohlenen Mengen. Üblicherweise wird eine viel geringere Menge an Creme aufgetragen und diese auch oft noch ungleichmäßig verteilt. Studien haben belegt, dass dadurch gut erreichbare Körperareale viel besser geschützt werden als schwer zugängliche wie z. B. der Rücken, der dann gerne mal verbrennt.
Idealerweise sollten Sonnenschutzmittel also so konzipiert sein, dass sie den Verwender zu einer großzügigen, sorgfältigen und gleichmäßigen Verteilung motivieren, um eine optimale Schutzleistung zu erreichen. Viele Sonnenschutzmittelhersteller haben dem jetzt Rechnung getragen und servieren seit kurzem eine Reihe von sogenannten Light-Produkten. Hier soll endlich alles schnell einziehen und keine weißlichen Rückstände nach der Anwendung auf der Haut zurückbleiben. Produkte gibt es zum Beispiel von Ambre Solaire, Nivea, Kiehl‘s, Avene, Lancaster.
Nicht nur Nicht-Klebrig ist entscheidend Die Auswahl des richtigen Sonnenschutzmittels hängt nicht nur davon ab, ob die Rezeptur gut einzieht und nicht klebt. Wichtig ist auch der Hauttyp oder die Intensität der zu erwartenden Sonneneinstrahlung. Orientierung gibt der Lichtschutzfaktor (LS F) oder auch SP F (Sun Protection Factor), der auf jedem so genannten Sonnenschutzmittel verzeichnet ist. Die einfache Regel für den Kauf eines Produktes lautet: Je höher der LSF, desto höher der Schutz vor Sonnenbrand.
Der LSF ist das Maß für die Wirksamkeit von Sonnenschutzmitteln. Er gibt die Zeit an, um wie viel länger man sich in der Sonne aufhalten kann als ohne Sonnenschutz. Als Rechenbeispiel: Beträgt die Haut-Eigenschutzzeit etwa 5 Minuten und multipliziert man das zum Beispiel mit LS F 20, entspricht das dann etwa 100 Minuten (also nicht mal zwei Stunden Aufenthaltsdauer in der Sonne), in der man keinen Sonnenbrand bekommt. Mit welchem LSF man nun sicher ohne Sonnenbrand die vielen Stunden eines CSD-Umzugstages übersteht, kann man erkennen anhand der folgenden Tabelle:
Typ I: Hat helle Haut, ist blass, mit vielen Sommersprossen, rötlich oder hellblonden Haaren, bekommt immer schweren Sonnenbrand und bräunt so gut wie gar nicht. Die Eigenschutzzeit ohne Sonnencreme: 5 - 10 Minuten. Die Haut ist extrem gefährdet und benötigt extrem hohen Sonnenschutz (Faktor 30 bis 50).
Typ II: Ist sehr empfindlich und benötigt extrem hohen bis hohen Sonnenschutz (Faktor 30). Dieser Typ hat helle Haut, wenig Sommersprossen, blonde bis braune Haare, immer Sonnenbrand und eine schwache Bräunung. Eigenschutzzeit: 10 - 20 Minuten.
Typ III: Ist normal empfindlich und braucht hohen Sonnenschutz (Faktor 15 – 25). Dieser Typ hat eine helle, bis hellbraune Haut, dunkelblonde bis braune Haare, seltener und wenn, dann mäßigen Sonnenbrand. Gute Bräunung sind die Kennzeichen dieses Typs. Eigenschutzzeit: 20 - 30 Minuten.
Typ IV: Ist wenig empfindlich und braucht Sonnenschutz für vorgebräunte Haut (Faktor 10 – 15). Er hat braune, bis olivfarbene Haut, keine Sommersprossen, dunkle bis schwarze Haare, kaum Sonnenbrand und eine sehr gute, dauerhafte Bräune. Eigenschutzzeit: Ca. 40 Minuten.
(Eigenschutzzeit bedeutet: Zeitspanne bis zum Auftreten eines Sonnenbrandes bei ungeschützter Haut) (nb)