Bei den Parlamentswahlen Ende Dezember hat die homophobe konservative Labour Party ihre Mehrheit verloren. Neue Regierungschefin wird die Sozialdemokratin Portia Simpson-Miller von der National Party, die sich im Wahlkampf für eine Entkriminalisierung von Homosexualität ausgesprochen hatte.
„Niemand sollte wegen seiner sexuellen Orientierung diskriminiert werden“, erklärte Simpson-Miller bei einer live ausgetrahlten TV-Debatte. Analysten erklärten anschließened, dass diese Aussage ihre Chancen auf eine Wahl schmälern würden, da eine große Mehrheit der Jamaikaner Homosexualität als unmoralisch ansieht. Derzeit stehen zehn Jahre Haft mit Zwangsarbeit auf gleichgeschlechtliche sexuelle Handlungen.
Allerdings gibt es auch in der National Party Gegner der Gleichbehandlung von Homosexuellen, weshalb eine Abschaffung des homophoben Gesetzes nicht sicher ist. Wahlsiegerin Simpson-Miller hat in der TV-Debatte eine Abstimmung im Parlament ohne Fraktionszwang angekündigt. (dk)