Die Pius-Bruderschaft kann es nicht lassen: Für Samstag ruft die Vereinigung "Katholiken, und überhaupt alle Christen" auf, anlässlich des CSDs in Stuttgart gegen Homosexuelle auf die Straße zu gehen.
Bereits seit drei Jahren protestierten die Erzkatholiken in einer "Mahnkundgebung für Gottes Gebote" gegen die CSD-"Kernaussage", die nach Ansicht der Pius-Brüder lautet: "Es gibt weder Gott noch Gebote, alles ist erlaubt!". Der Protest sei nach Angaben der Eiferer nach wie vor nötig, da Homosexuelle nicht weniger als die "die Zerstörung der Sitten und Werte in unserer Heimat" betrieben, schreiben die Pius-Brüder in ihrer Demo-Einladung.
Den Besuchern des Gay Prides wollen diereligilösen Eiferer so die Augen öffnen: "Es soll den Menschen klar werden: Handlungen und Taten können lebenszerstörend sein - auch wenn sie vordergründige Befriedigung zu geben scheinen - , namentlich jene, die Gottes Gebote missachten".
Im letzten Jahr haben die rund hundert demonstrierenden Christen ein Verbot von Homosexualität gefordert. Nach Ansicht der Pius-Bruderschaft soll der Paragraf 175 in der Nazi-Fassung von 1935 wieder eingeführt werden.
Die Pius-Bruderschaft wurde vor vierzig Jahren vom französischen Erzbischof Marcel Lefebvre gegründet. Sie ist aber 1988 wegen illegalen Bischofsweihen aus der Mutterkirche ausgeschlossen worden. Erst im vergangenen Jahr nahm der deutsche Papst die Exkommunikation zurück, obwohl radikale Ansichten der Organisation bekannt waren. So leugnet ein Teil der Pius-Brüder den Holocaust.
(mg)