Das sozialistische Kuba könnte demnächst zahlreiche USBundesstaaten überholen - zumindest in der Homopolitik. Auf der staatlichen Website „Cuba Si“ kündigte Mariela Castro, Direktorin des Nationalen Zentrums für sexuelle Aufklärung, einen Gesetzentwurf zur Einführung von eingetragenen Partnerschaften an.
Außerdem plane die kommunistische Partei die Einführung von Antidiskriminierungsgesetzen, die sowohl das Merkmal sexuelle Orientierung als auch Geschlechtsidentität beinhalten soll, erklärte die einflussreiche Tochter von Staatschef Raúl Castro. „Diese Entwürfe dienen dazu, mehr und mehr die Rechte unserer gesamten Bevölkerung zu schützen“, führte die 50 Jahre alte Funktionärin aus. Sie hofft, dass eine Gleichbehandlungsrichtlinie bereits Ende Januar bei einem Parteitreffen beschlossen werden kann. Eine Öffnung der Ehe im Inselstaat schloss Castro aus. Die gleichgeschlechtliche Ehe ist derzeit sogar in der kubanischen Verfassung verboten.
Mariela Castro setzt sich bereits seit Jahren für die Gleichbehandlung von sexuellen Minderheiten ein und erzielte erste Erfolge. So sind Geschlechtsanpassungen auf Kuba seit zwei Jahren legal. (mg)