Weder die Erderwärmung, noch CO2-Emissionen sind die Ursache,
hier ist das Klima in anderer Hinsicht gemeint: Ausgerechnet
aus Russland, dem Land aus dem uns noch immer Meldungen von
Gewalt und Ausgrenzung gegenüber Homosexuellen erreichen,
formiert sich zusehends eine Bewegung für mehr Aufklärung und
Akzeptanz. Wo in unseren Breiten der Staat unterstützend wirkt,
sind die Kräfte dort anders gelagert. So wurde etwa der CSD in
Moskau in den letzten Jahren immer wieder verboten und mit Polizeigewalt aufgelöst.
Um so erstaunlicher, dass die russische Präventionsorganisation
LaSky ein homoerotisches Fotoprojekt für ihre HIV-Prävention
auf die Beine gestellt hat, das sich sehen lassen kann. Umgesetzt
wurden die Bildideen von den drei prominenten russischen
Fotografen, Seva Galkin, Alex Bego und Sergei Wassiljew. Bemerkenswert auch, dass ungeachtet von gesellschaftlich eher
homophoben Randbedingungen in Russland sozusagen aus der
Mitte heraus von allem völlig unbeeindruckt ein neues männliches
Selbstverständnis zu entstehen scheint. Denn Seva Galkin
berichtet, dass immer häufiger auch Heteromänner auf das Cover
der schwulen Zeitschrift KWIR möchten und das wäre ihnen nicht
einmal peinlich.
So authentisch der Titel der Berliner-Ausstellung »Männer wie wir«
damit auch gewählt ist, so treffend beschreibt er gleichsam auch
die Kernaussage der Kampagne selbst. Es spielt keine Rolle ob man(n) nun schwul oder hetero ist, HIV-positiv oder negativ, das Thema AIDS und Prävention ist stets ein Thema und zwar im »richtigen« Leben.
Die Bilder waren dank »ICH WEISS WAS ICH TU«, der Kampagne der deutschen AIDSHilfe, in Berlin zu sehen. Weitere Infos unter www.iwwit.de oder www.laskyfoto.ru (cs)