Das Robert-Koch-Institut hat seinen Jahresbericht 2009 vorgelegt. Die gute Nachricht: Die Zahl der neu diagnostizierten HIV-Fälle in Deutschland ist im vergangenen Jahr etwa gleich geblieben. Die schlechte Nachricht: Mehr Männer haben sich aber über homosexuellen Sex infiziert.
Insgesamt wurden 2009 insgesamt 2.856 Neuinfektionen gemeldet. Das ist ein minimaler Anstieg um 0,5 Prozent. 1.629 Männer infizierten sich bei Sex mit einem Mann - das entspricht einem Anstieg von 3,3 Prozent. Schwuler Sex ist damit die Grund für die Infektion von 67 Prozent aller Fälle, bei denen der Übertragungsweg bekannt ist. 2008 waren es noch 65 Prozent. Über heterosexuellen Sex stecken sich 17 Prozent an (-1 Prozent).
Drei deutsche Städten melden derzeit mehr als 100 Neudiagnosen unter der Gruppe der schwulen Männer: Berlin, Hamburg und Köln. Besonders in Hamburg gab es einen steilen Anstieg von 91 auf 137 Fälle, während Berlin einen leichter Rückgang von 338 auf 313 registriert hat. Unter den Flächenländern hat sich die Zahl dieser Diagnosen am meisten in Rheinland-Pfalz erhöht (von 32 auf 49), während Mecklenburg-Vorpommern knapp halb so viele Diagnosen meldet wie im Vorjahr (10 statt 19).
Dem RKI zufolge besteht in der Altersgruppe der 25- bis 29-Jährigen das größte Infektionsrisiko durch Gay-Sex, gefolgt von den 30- bis 39-Jährigen und den 21- bis 24-Jährigen. Die Zahl der Neudiagnosen ist insbesondere bei den jüngsten Opfern in den vergangenen Jahren angestiegen.
Erworben wurde die HIV-Infektion in mehr als 90 Prozent der Fälle in Deutschland. Nur wenige infizierten sich im außereuropäischen Ausland: In Lateinamerika waren es 0,8 Prozent, in Südostasien infizierten sich lediglich 0,7 Prozent.
(mg)