Nach einer neuen amerikanischen Studie erkranken Männer über 40, die verschriebene Potenzmittel zu sich nehmen, mehr als doppelt so häufig an sexuell übertragbaren Krankheiten als eine gleichaltrige Vergleichsgruppe.
Grund dafür sei das erhöhte Risikoverhalten der Viagra-Konsumenten, erklärten die Studienleiter von Massachusetts General Hospital mit Unterstützung der Universität von Kalifornien. "Hausärzte reden normalerweise nicht mit älteren Männern über Safer Sex, weil die Infektionsraten in dieser Altersgruppe niedriger ist als bei jungen Männern", meinte Dr. Anupam Jena.
Die Ergebnisse wurden letzte Woche im "Annals of Internal Medicine" veröffentlicht. Jena und seine Kollegen haben über eine Million Krankenversicherungsleistungen von 44 großen US-Arbeitgebern zwischen den Jahren 1997 und 2006 untersucht. Alle Leistungen wurden von Männern über 40 beansprucht. Bei Patienten, die Potenzmittel auf Rezept erhalten haben, lag die Rate der gemessenen Geschlechtskrankheiten bei 215 pro 100.000 Männern, bei der Vergleichsgruppe aber bei 106 pro 100.000. In diesen Zahlen sind allerdings keine Daten aus so genannten "freien Kliniken" enthalten, in denen sich die Bürger kostenlos und anonym behandeln lassen können.
Die Daten zeigen aber auch, dass Männer bereits ein Jahr vor ihrem ersten Viagra-Rezept einem erhöhten Risiko für sexuell übertragbare Erkrankungen ausgesetzt sind, warnte Jena. Das weise darauf hin, dass Männer, die beim Sex weniger auf Verhütung achteten, eher auf Potenzmittel zurückgreifen würden. (mg)