In Indien wird derzeit ein spezielles Kondom für homosexuelle Männer entwickelt. Die nationale Aidshilfe-Organisation NACO will mit dem Kondomhersteller Hindustan Latex Family Planning Promotion Trust ein Präservativ unter dem Namen "Spice Up" auf den Markt bringen.
Der Grund für das Gay-Kondom: Studien hätten gezeigt, dass die bislang verkauften Gummis für Vaginal-Sex konzipiert seien und deshalb bei Analverkehr Probleme aufträten. Das neue Kondom soll insbesondere mit mehr Gleitgel ausgestattet sein als seine Vorgänger.
Mit dem neuen Kondom und Werbekampagnen will NACO nun erreichen, dass Kondome als Schutz vor HIV und anderen sexuell übertragbaren Krankheiten unter Schwulen besser verbreitet werden. "Wir wollen eine Veränderung des Verhaltens bei diesen Männern erreichen, die schwer zu erreichen sein", heißt es in einer NACO-Stellungnahme. Wegen der jahrelangen Illegalität seien Gays sehr zurückhaltend. In Indien sind geschätzte drei Millionen Menschen HIV-positiv. UN-Berichte deuten darauf hin, dass die Zahl der Positiven in den letzten Jahren unter Schwulen drastisch angestiegen ist.
Das oberste Verfassungsgericht Indiens hat erst im vergangenen Jahr ein 150 Jahre altes Gesetz für verfassungswidrig erklärt, das für Homosexualität mehrjährige Haftstrafen vorsah. Die Aids-Gruppe Naz hatte gegen das Gesetz geklagt, weil es ihre Arbeit im Kampf gegen die Immunschwächekrankheit behinderte.
(mg)