Im vergangenen Jahr haben knapp 3.000 Menschen in Deutschland zum ersten Mal von ihrer HIV-Infektion. Dies geht aus der Abschluss-Bilanz für 2010 vor, die das Berliner Robert Koch-Institut (RKI) Ende Mai veröffentlicht hat.
Für die Statistiker ist das Ergebnis nicht beunruhbigend. Gegenüber 2009 mit 2.885 Fällen hat es nämlich keinen nennenswerten Anstieg gegeben. Und seit 2007 hat sich der in den Jahren davor beobachtete Anstieg der Neudiagnosen deutlich verlangsamt. Allerdings „passierten“ rund zwei Drittel der Infektionen beim Sex zwischen Männern (MSM).
In der RKI-Bilanz heißt es konkret: "Die Anzahl und der Anteil der MSM an den HIV-Erstdiagnosen stiegen seit 2001 kontinuierlich von ca. 46 % der Meldungen im Jahr 2001 auf 68 % der Meldungen im Jahr 2010 an. Ebenso veränderte sich die Altersstruktur der neu mit HIV diagnostizierten Personen. Bis zum Jahr 2008 stieg die Inzidenz der neudiagnostizierten HIV-Infektionen bei MSM bezogen auf die männliche Bevölkerung der jeweiligen Altersgruppen von 15 bis 59 Jahre weitgehend parallel an. Bei den über 30-jährigen Männern bleibt die Inzidenz der neudiagnostizierten HIV-Infektionen seit 2008 stabil.
Im Gegensatz dazu wurde bei den unter 30-Jährigen ein weiterer Anstieg der Inzidenz der neudiagnostizierten HIV-Infektionen verzeichnet, welcher besonders ausgeprägt in der Gruppe der 20- bis 24-Jährigen war. Die Zahl der Neudiagnosen pro 100.000 Männern bei MSM in der Altersgruppe der 20- bis 24-jährigen MSM erreichte damit den höchsten Wert seit 1993 und näherte sich immer mehr den Werten an, die bisher in den am stärksten betroffenen Altersgruppen der 25- bis 39-Jährigen beobachtet werden."
(mg)