Busenverbot gilt nicht für Transgender-Personen
Aufregung in einem 1.500-Seelen-Ort in Delaware: Entsetzte Strandbesucher beschwerten sich über eine Handvoll Frauen, die fröhlich ihre - offensichtlich künstlich vergrößerten - Busen zeigten. Das ist im größten Teil der USA verboten. Zwar dürfen Männer praktisch überall brustfrei in der Öffentlichkeit auftreten, Frauen droht aber im Extremfall eine Gefängnisstrafe.
Doch selbst die eigens herbeigeeilte Polizei konnte nichts gegen die "obszönen" Aussichten tun. Denn die Frauen hatten sich einer Geschlechtsanpassung unterzogen, die aber noch nicht abgeschlossen war. Daher galten sie offiziell als "starkes Geschlecht" - und das darf seine Brust stolzgeschwellt zeigen.
"Es lag kein Gesetzesbruch vor, denn die Beteiligten hatten männliche Genitalien", ließ Polizeichef Keith Banks verlautbaren. Daher sei für ihn der Fall erledigt. Lokalpolitiker reagierten hingegen mit Empörung: "Wenn sich ein Mann die Brüste vergrößern lässt, sollte er die Regeln befolgen, die für sein gewünschtes Geschlecht gelten", sagte Stadträtin Kathy McGuiness.
Warum eine weibliche Brust obszöner sein soll als eine männliche, erschließt sich vielen Einheimischen jedoch nicht. In einem Leserbrief an die Lokalzeitung fragte Steve Miller nach der Logik hinter den härteren Gesetzen für Frauen: "Was ist mit fetten Männern, die keine Transen sind? Manche haben größere Brüste als jede Frau - und die sind weit weniger ästhetisch anzusehen."
(mg)
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08.06.2010  Busenverbot gilt nicht für Transgender-Personen
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