In der Haupstadt Serbiens sorgt ein Überfall auf zwei junge deutsche Touristen für Empörung. Die Belgrader Polizei hat einen jungen Mann verhaftet, der den 18-jährigen Dominik M. und seinen minderjährigen Begleiter mit einem Messer angegriffen und ausgeraubt haben soll - offenbar aus Schwulenhass. Ob die Opfer schwul sind, spielt bei der umfangreichen bis empörten Medienberichterstattung keine Rolle. Belgrads Bürgermeister Dragan Djilas hat die Tat inzwischen verurteilt.
Der Überfall ereignete sich in der Nacht zum Donnerstag im Touristenresort Ada Ciganlija, als der nun festgenommene Kristijan Ž die beiden Touristen von hinten und ohne Ankündigung angriff. Dominik M. erlitt bei dem Übergriff eine schwere Messerverletzung im Rücken und gebrochene Rippen, mittlerweile sei er stabil und ansprechbar, berichten örtliche Medien. Sein junger Begleiter erlitt nur leichte Verletzungen und konnte das Krankenhaus bereits verlassen.
Bei der Verhaftung von Ž. Fanden Polizisten Tatwaffe und Beute: Goldketten, Handys und Geld. In der Vernehmung gab der mutmaßliche Täter an, die beiden Deutschen hätten ausgesehen "wie Mitglieder der schwulen Bevölkerung". Sie hätten sich an der Promenade umarmt und Händchen gehalten, da habe er ihnen eine Lektion erteilen wollen. Der junge Täter war bei Facebook Mitglied einer christlich-orthodoxen Gruppe, die öffentlich einen CSD in Belgrad abgelehnt hatte. (mg)