Ein Immobilienmakler soll im US-Bundesstaat Minnesota das Haus eines Kunden dazu missbraucht haben, schwule Sexpartys zu veranstalten.
Im 60.000 Einwohner zählenden Maple Grove - einem Vorort von Minneapolis - wurden Anwohner misstrauisch, als im Mai diesen Jahres Immobilienmakler Steven S. im Nachbarhaus mit zahlreichen fremden Männern ein- und ausging. Die Besitzer, die ihr Haus verkaufen wollten, verbrachten zu diesem Zeitpunkt ihren Urlaub in England. Als ein Freund der Besitzer das Haus nach dem Immobilienmakler betrat, traute er seinen Augen nicht: Teppiche, Bettwäsche, Sofas und andere Gegenstände waren verschmutzt, im Badezimmer lagen benutzte Handtücher und Gleitgel.
Nun ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen den Immobilienmakler. Der Anklageschrift zufolge soll er sich mit mehreren Männern in dem Haus für sexuelle Abenteuer verabredet haben, auch habe er die Wohnung stark verschmutut. S. wurde inzwischen entlassen. Das Handelsministerium von Minnesota hat ihm zudem die Makler-Lizenz entzogen, weil er "ohne Erlaubnis oder Wissen der Besitzer Aktivitäten in deren Haus getätigt hat, die nichts mit der Arbeit als Immobilienmakler zu tun haben".
Die Hausbesitzer erklärten in der Lokalpresse, dass sie nicht gegen den Makler wegen dessen sexueller Orientierung vorgingen: "Mir ist es egal, was jemand im Schlafzimmer macht", erklärte der Anwalt Adam Bunge, der mit einer lutherischen Pfarrerin verheiratet ist. "Meine Frau und ich sind ja beim CSD in Chicago mitmarschiert. Ich wäre genauso angeekelt gewesen, wenn ein heterosexuelles Paar Dinge in unserem Ehebett getan hätte".
(mg)