In Australien kämpft ein ultrakonservativer Politiker um seine Glaubwürdigkeit: Bei einer Untersuchung aller Internet-Verbindungen der Parlamentarier in New South Wales wurde entdeckt, dass aus dem Büro des Abgeordneten Fred Nile über 20.000 Porno-Seiten aufgerufen wurden.
Der Christdemokrat und gelernte Pfarrer versuchte sich mit der Rechtfertigung, er habe nicht selbst die Websites angeklickt. Vielmehr hätten Mitarbeiter "für wenige Sekunden" auf die einschlägigen Inhalte zugegriffen, um Recherche-Ergebnisse im Parlament vorlegen zu können. Der Politiker streitet seit Jahren für ein scharfes Pornografieverbot, in Australien wird auch intensiv über Internet-Filter diskutiert, mit denen unter anderem pornografische Seiten gesperrt werden sollen.
Der 76-jährige Politiker, der auch ein scharfer Gegner von Homo-Rechten ist, sagte einer Zeitung: "Ich habe dieses Material nicht angesehen. Meine Mitarbeiter oder ich haben nicht wie Perverse pornografische Filme angesehen, sondern haben über dieses sehr wichtige gesellschaftliche Thema recherchiert". Schließlich biete die 2008 gegründete Sex-Partei seiner Meinung nach Links zu Porno-Sites. Nile wollte, leicht widersprüchlich zur restlichen Begründung, als Grund für die Verbindungsdaten auch einen Hacker-Angriff nicht ausschließen.