Katja Kruse - Beruf: Wedding Plannerin
Wenn Ende März die Gay Wedding Days stattfinden, werden sich wieder interessierte Paare über die vielseitigen Möglichkeiten informieren. Katja Kruse, professionelle und erfahrene Hochzeitsplanerin, steckt hinter der Idee der Gay Wedding Days. Im Interview erzählt Katja von ihrer Erfahrung und räumt mit der Idee des Tortenvorkostens auf.
Katja, was hast du vor deiner Zeit als schwul-lesbische Hochzeitsplanerin gemacht?
Ich bin gelernte Hotelfachfrau, habe rund 7,5 Jahre im Haus Treudelberg gearbeitet, habe dort 3 Jahre lang Hochzeiten organisiert und anschließend im Management des Hauses unter anderem Großveranstaltungen organisiert. Außerdem habe ich zwei Jahre bei der Hamburg Tourismus die Stadt als Event- und Tagungsdestination national und international vermarktet. Und ich bin zertifizierte Projektmanagerin.
Wie entstand die Idee zu Gay Wedding?
Ich war jahrelang Mitglied bei »Big Spender«, habe viele Leute kennengelernt und Veranstaltungen organisiert und bin so natürlich in die Szene hineingewachsen. Irgendwann hat mich ein befreundetes Paar gefragt, ob ich nicht deren Hochzeit organisieren möchte. Da hab ich natürlich ja gesagt!
Sind schwul-lesbische Hochzeiten anders?
Da für mich die sexuelle Orientierung überhaupt keine Rolle spielt, sehe ich da auch keinerlei Unterschied. Jede Hochzeit unterscheidet sich sowieso an sich, da die Menschen einfach unterschiedliche Charaktere sind.
Hast du das dann gleich dauerhaft gemacht?
Ja, denn diese erste Planung war dann die Initialzündung für GayWedding. Ich wusste sofort: Das will ich unbedingt machen! Und innerhalb von 48 Stunden standen dann Name, Konzept und Homepage. Die Arbeit fällt einem eben leicht, wenn man seine Berufung gefunden hat. (schmunzelt)
Konntest Du bisher immer alles zur Zufriedenheit organisieren?
Oh, ja! Unter den gegebenen Umständen und mit den verfügbaren Mitteln konnte ich immer alles optimal umsetzen.
Bekommst du hinterher Feedback von den Paaren?
Auf jeden Fall! Ich habe in der Planung ja immer intensiv am Leben der Partner teilgenommen, da ist man dann hinterher auch nicht so schnell weg. Natürlich haben die jung vermählten Paare erstmal mit sich und den Nachwirkungen zu tun, aber es gibt immer ein Feedback und ein Dankeschön.
Sind die Interessenten aus der Gegend?
Die meisten kommen aus Hamburg, natürlich kommen auch welche aus der Gegend. Für Paare, die weiter weg wohnen, wäre es aufgrund der Fahrtkosten einfach zu teuer.
Hast du schon mal überlegt zu expandieren?
Schon, aber der Markt gibt es im Moment noch nicht her. In diesem Jahr wäre ich gern mit den Gay Wedding Days gern durch Deutschland getourt, aber das gestaltete sich dann doch schwieriger, als ich gedacht hatte. Viele Hochzeitsdienstleister sehen einfach noch nicht das Potential dieser Marktlücke.
Glaubst du, dass es in Zukunft mehr schwul-lesbische Hochzeiten geben wird?
Ich glaube schon. Der allgemeine Trend geht wieder mehr zum Heiraten. Aber in der Community ist es eine Generationsfrage: Diejenigen, die jetzt »groß« werden, haben es noch nicht registriert, dass man nun die entsprechenden Möglichkeiten hat. Das Thema ist auch noch nicht selbstverständlich in der Szene, es hat noch nicht jeder auf dem Schirm.
Warum wenden sich nicht mehr Menschen an eine Hochzeitsplanerin?
Einerseits haben viele Angst, dass sie zu viel oder für Dinge zahlen, die sie nicht wollen. Aber ich sehe das so: Ich werde vom Paar bezahlt und verdiene nicht an Provisionen der Zulieferer, diese werden immer 1zu1 an das Paar weitergegeben. Das bedeutet also, dass ich mich auf das Wesentliche konzentriere, nämlich auf die Wünsche und Vorstellungen des Paares. So kann ich ganz individuell handeln und mein Wissen aus 15 Jahren Erfahrung einbringen, aber auch private Dienstleistungen der beiden Partner berücksichtigen. Andererseits denken viele auch, dass sie die Planung und Organisation selbst schaffen. Dabei berechnen sie aber nicht den Zeitaufwand und zahlen dann oftmals unterm Strich mehr. Und man darf nicht vergessen: Eine Hochzeitsplanerin hält dem Paar den Rücken frei, so dass dieses das Fest richtig geniessen kann.
Bei den Hochzeitsvorbereitungen von Sarah Connor haben wir das Tortenvorkosten gesehen ...
(lacht) Das war nur für das Fernsehen. Doch in der Realität geht das natürlich nicht oder zumindest nicht so einfach. Denn es gibt keinen Konditor, der dir mal so eben eine der später gewünschten Torten zum Vorkosten auf den Tisch stellt, die gibt’s ja schließlich nicht vorrätig im Kühlschrank. Wenn du natürlich das nötige Kleingeld hast, kannst du den Konditor für die extra Arbeit bezahlen. (ds)
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02.02.2010  Katja Kruse - Beruf: Wedding Plannerin
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