Tabu Todesfall - Erbschaftsratgeber für Homosexuelle
Der Tod ist ein großes Tabu – auch für Schwule und Lesben. Dabei müssen sich homosexuelle Paare in Deutschland im Erbschaftsfall ganz anderen Fragen stellen als Heteros. Die Hannchen-Mehrzweck-Stiftung (hms) hat deshalb zum ersten Mal einen Erbschaftsratgeber fürs Gays herausgegeben.
Die 32-seitige Broschüre mit dem Titel den Titel: "Was bleibt. Ein Ratgeber rund ums Erben und Vererben für Lesben und Schwule" ist in Zusammenarbeit mit dem Erbschaftsinstitut Berlin entstanden. hms-Vorstand Klaus Stehling erklärte, dass Homosexuelle "bestimmte Fragen" im Zusammenhang mit der Erbschaft anders stellten als die heterosexuelle Bevölkerungsmehrheit. "Das mag daran liegen, dass der weit überwiegende Teil der Homosexuellen keine eigenen Kinder oder 'natürliche Erben' hat. Aber auch die häufig sehr ambivalenten Erfahrungen mit der Herkunftsfamilie wirken sich aus und haben ihren Anteil daran, dass Lesben und Schwule vielfältigere Bilder von Familie entwickelt haben. Wer Erbin oder Erbe werden soll, ist für uns eben nur selten eine Selbstverständlichkeit", so Stehling.
Die Broschüre erhält unter anderem Vorschläge, wie ein Testament auszusehen hat und welche steuerlichen Auswirkungen im Ernstfall zu erwarten sind. "Wir haben das Basiswissen zu Aspekten wie der gesetzlichen Erbfolge, zu Pflichtteils- und Steuerfragen zusammengestellt und dabei immer wieder unser Augenmerk darauf gelegt, welche Besonderheiten für Singles und für Eingetragene Lebenspartnerschaften bestehen", ergänzt Stehlings Vorstandskollege Klaus Müller.
Die Boschüre kann auf der Website der hms bestellt oder kostenlos als PDF-Datei heruntergeladen werden.