Ja, ich will!
Der moderne Volks- mund nimmt nicht gerade ein Blatt vor den Mund, wenn es um die Meinung zur Eheschließung geht. Der irische Schriftsteller Oscar Wilde sagt über die Ehe, dass es die „gegenseiti- ge Freiheitsberaubung im beiderseitigen Einvernehmen“ ist. Und er kam zu dem Entschluss, dass „zu einer glücklichen Ehe mehr als zwei Personen gehören“. Ist das wirklich so? Und hat die traditionelle Form der Partnerschaft in Form der Ehe keine Überlebenschance in der Zukunft? Sprechen die 7,7 Millionen geschiedenen Ehen im Zeitraum zwischen 1950 und 2006 dafür, dass die moderne Gesellschaft sich so verändert hat, dass ein Beziehungsmodell von zwei Personen, die zusammen ihr gemeinsames Leben verbringen, nicht mehr aktuell ist? Wenn man den Wünschen der meisten Männern Glauben schenkt, dann liest sich doch eindeutig heraus, dass sie den Traumprinzen suchen, mit dem sie ihr Leben lang glücklich zusammen leben. In unserem Lebensziel ist immer noch verankert, dass wir wie Oma und Opa noch unsere Goldene Hochzeit feiern und nebeneinander auf dem Friedhof liegen. Doch damit man eine langjährige Beziehung oder sogar eine Lebenspartnerschaft oder Ehe führen kann, benötigt es einige grundlegende Regeln, die einem helfen das gemeinsame Leben harmonischer und glücklicher zu gestalten.
5 Goldene Regeln
1. Regel: Die richtige BeziehungskulturFür die Stabilität in eine Beziehung kann es entscheidend sein, wie die beiden Partner im Alltag miteinander umgehen. Gegenseitige Wertschätzung, Respekt, Höflichkeit und die Bemühungen, dem Gegenüber zu gefallen, beeinflussen das Klima und die Beziehungskultur nachhaltig. Im Gegenzug ist in der Realität eine Art Mobbing häufig in Beziehungen anzutreffen. Nach Konflikten sollte nicht der Streit in den Bekanntenkreis getragen werden und gerade öffentliche Streits verletzen die Anerkennung und Würde in einer Partnerschaft tiefgreifend. Ein Tipp für eine stabile Partnerschaft ist, dass man sich an das Kennenlernen zurückerinnert. Was hast du getan um deinem Gegenüber zu gefallen und wie hast du dich ihm damals gegenüber verhalten? Nicht nur Hape Kerkeling sollte bekannt sein, was er schon in seinem Comedyprogramm verlauten ließ: „Liebe ist Arbeit, Arbeit, Arbeit“!
2. Regel: Anerkennung durch allt ägliche RitualeFür das respektvolle Miteinander und das dauerhafte Liebesglück ist wichtig, dass man nichts als selbstverständlich hinnimmt. Die Ehe, aber auch die gemeinsame Wohnung und der Haushalt sind voll mit Fallen, die dazu führen, dass wir alltägliche Aufgaben und Abläufe nicht mehr wahrnehmen und nicht mehr genügend anerkennen. Sei es das Kochen, das Putzen der Wohnung oder auch nur eine Hilfestellung in einer Notsituation. Der Partner und der Ablauf des Alltages sind nicht selbstverständlich und es gehört auch nach Jahren der Beziehung noch dazu sich dankbar zu zeigen. Kleine gemeinsame Rituale können in der so schnelllebigen Zeit eine wichtige Konstante sein, die Beständigkeit ins Leben und der Beziehung bringt. Das kann anfangen bei einem gemeinsamen Frühstück um den Tag positiv zu starten, ein wöchentliches Hobby, das man gemeinsam bestreitet oder einfach nur die Begrüßung, wenn man nach dem Arbeitstag nach Hause kommt. So eine Begrüßung, die man zelebriert und dem Partner zeigt, dass man sich freut sich wiederzusehen, kann wahre Wunder bewirken und schafft eine positive Basis für die folgende Stunden zu zweit.
3. Regel: Klare Grenzen zwischen DU, ICH und WIR ziehenJeder Mensch braucht seinen Freiraum und so ist es entscheidend für den Erfolg einer Ehe und Langzeitbeziehung, dass aus dem „Du“ und „Ich“, nicht nur noch ein „Wir“ wird. Die gemeinsame Zeit ist wichtig, aber genauso wichtig ist es auch, dass die beiden Individuen nicht zu einer Person verschmelzen. Die Zeiten der Distanz ist für das eigene Ego wohltuend und auch für die Wertschätzung der gemeinsamen Zeit. Es ist kein Gegensatz zur Liebe, wenn man Zeit für sich braucht, sondern häufig sogar ein Stabilitätsfaktor für die Beziehung, wenn man den Freiraum für sich und den Partner größtmöglich halten kann. Höchstes Ziel in dieser Regel ist, dass man seine Freundschaften pflegen muss und den Freundeskreis des Partners akzeptieren sollte. Eine Studie besagt, dass es das Scheidungsrisiko um 54% senkt, wenn ein Paar „enge und vielfältige Sozialkontakte“ pflegen.
4. Regel: Berührungen stärken die BindungIm Sport sind Po-Klatscher oder Dauerumarmungen keine Seltenheit. Die maskulinen und vor Testosteron strotzenden Jungs zeigen mit Berührungen ihre Emotion und die Zusammengehörigkeit. Wissenschaftler haben sogar rausgefunden, dass „körperliche Interaktion ein Indiz [für ein] funktionierendes Team“ ist. Bei Berührungen sprechen wir nicht nur über Massagen, sondern auch ganz kleine Dinge wie Umarmungen oder ein Streicheln über die Schulter. Berührungen können wissenschaftlich gesehen Schmerzen heilen, das Immunsystem stärken oder Depressionen verhindern. Eine Berührung ist – um die ersten Regeln wieder aufzugreifen – ein Mittel seine Wertschätzung zu zeigen und den Partner glücklich zu machen. Wohlbefinden wird nämlich durch das Hormon Oxytocin hervorgerufen, das bei Berührungen vom Körper produziert wird.
5. Regel: Verbiegen bedeutet häufig zerbrechenEin häufiges Todesurteil für Partnerschaften ist, wenn die Partner anfangen die Fehler und Macken am Gegenüber zu kritisieren. Das Meckern wird immer mehr und löst einen Teufelskreis der Unzufriedenheit aus. Liebe bedeutet eben auch, den Partner so zu akzeptieren und hinzunehmen wie er ist. Versucht man seinen Partner zu verändern, dann funktioniert es nur, wenn man gemeinsam an einem Problem arbeitet und sich entwickelt. Aber eine Veränderung auf Biegen und Brechen zu erlangen, ist der falsche Weg. Der andere Irrglaube, von dem wir uns verabschieden müssen ist, dass wir den Traumprinzen aus dem Märchenbuch suchen und ständig auf der Suche nach ihm sind. Das bedeutet nicht, dass man sich mit dem Erstbesten zufrieden geben soll, aber eine ständige Suche lässt einen blind werden für die Dinge, die einem bereits so nah sind.
(sr)
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26.01.2012
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