Die Immobilienkrise ist zwar noch nicht ausgestanden, aber wenn man den Medien Glauben schenken darf, haben wir die so genannte Talsohle durchschritten und bewegen uns wieder dem Aufschwung entgegen. Tatsächlich steigen die Aktienkurse in letzter Zeit und lassen auf einen Aufwärtstrend hoffen. Neben allen schlechten Nachrichten die uns die Krise gebracht hat, hat sie in einem Punkt etwas Gutes bewirkt: Die Zinsen für Immobilienkredite sind günstig geworden. Ferner zeichnete sich amImmobilienmarkt in den vergangen zwei Jahren ein deutlicher Preisverfall ab.
Die Zeiten für den Kauf oder den Bau von Wohneigentum sind also denkbar günstig. Ähnlich wie am Aktienmarkt gibt es aber auch bei der Finanzierung einer Immobilie einiges zu beachten, damit der Traum vom Eigenheim nicht zum Alptraum wird. Dabei geht es mir besonders um die Anschlussfinanzierung, also die Umschuldung des Kredites nach der ersten Zinsbindungsfrist (meistens nach 10 Jahren).
Wie ich in meinem Artikel über die Inflation vor zwei Monaten bereits geschrieben habe, bin ich fest davon überzeugt, dass wir aufgrund der Finanzkrise und dem damit einhergehenden Anstieg der Geldmenge in den kommenden Jahren mit einer hohen Inflation rechnen müssen. Steigt die Inflation, steigen auch die Zinsen für Immobilienkredite. Diese Entwicklung kann sich sehr negativ auf eine laufende Baufinanzierung auswirken und sollte daher von vornherein eingeplant werden.
Dazu ein Beispiel aus der Praxis:
Wir kaufen ein Haus für 150.000 Euro. Dafür schließen wir mit der Bank einen Kreditvertrag über eine Laufzeit von 10 Jahren ab. Wir bekommen das Geld für einen Zinssatz von 4,5% p.a. und eine anfängliche Tilgung von 1% (Annuität). Die monatliche Rate, die wir zahlen, setzt sich folglich aus dem Zins- und Tilgungsbeitrag
zusammen und beläuft sich auf 687,50 Euro im Monat. Diese Rate bezahlen wir jeden Monat über 10 Jahre lang. Nach dieser Zeit haben wir noch eine Restschuld von 131.100 Euro. Nun haben wir die Möglichkeit, den Betrag in kompletter Höhe sofort an die Bank zurück zu zahlen oder die Summe zu dem aktuell gültigen Marktzins neu zu finanzieren. Da die meisten Menschen nicht 130.000 Euro auf dem Konto liegen haben, ist eine neue Finanzierung die gängigste Variante und genau hier liegt das Problem. Der neue Kredit wird zu dem aktuellen Zins abgeschlossen. Das heißt, wenn der Zinssatz in 10 Jahren nicht mehr 4,5% p.a. beträgt, sondern z.B. 8%, erhöht sich die monatliche Rate fast auf das Doppelte, nämlich auf 1.125 Euro im Monat. Dann heißt es »Ene Mene Meck, das Haus ist weg«. Das ist der Grund, warum die meisten Häuser nach 10 Jahren versteigert werden müssen, weil dieser Punkt in der Planung meist nicht berücksichtigt wird. Natürlich muss es nicht so kommen, aber sich auf ein: »Es wird schon klappen« zu verlassen, kommt einem Lottospiel gleich.
Aus diesem Grund ist es wichtig, eine Immobilienfinanzierung bis zum Ende zu planen und sich gegen die Gefahr der steigenden Zinsen abzusichern. Dafür gibt es verschiedene Möglichkeiten bis hin zu Finanzierungsprodukten, die diese Gefahr von vornherein ausschließen. Dazu kann Dir Dein Vermögensberater ein auf Dich und Deine Bedürfnisse zugeschnittenes Angebot unterbreiten. (mr)