Restschuldversicherung: immer ein gutes Geschäft ... für die Bank!!
Wer Geld richtig spart bekommt dafür Zinsen. Wer kein Geld hat, aber trotz dem gern welches ausgibt oder welches ausgeben muss, kann jedoch auch negativ sparen. In diesem Fall bekommt man keine Zinsen, sondern zahlt welche. Der Prozess, den die Bank dabei anwendet, ist einfach: Das Geld der Sparer wird an die Kreditnehmer (Schuldner) verliehen. Der Sparer bekommt als Beispiel 2 % Zinsen für sein Geld und der Schuldner bezahlt bis zu 12 % für seinen Konsumkredit und teilweise sogar brutale 14 % für seinen Dispositionskredit. Die Differenz ist der Verdienst der Bank. Reicht das Geld der Sparer nicht aus, leiht sich die Bank das fehlende Geld bei der Europäischen Zentralbank. Egal, woher die Bank das Geld bekommt, sie will es auf jeden Fall wieder zurück haben um es demjenigen zurückzahlen zu können, der es der Bank geliehen hat. Je höher das Risiko für de Bank ist, das Geld nicht wieder zu bekommen, desto teurer wird sie das Geld verleihen um einen entsprechenden Ausgleich zu erhalten.
Der Zins ist also nichts anderes als eine Entschädigung für das Risiko, welches die Bank eingeht. Im Konsumkreditbereich ist der Königsweg der Kreditabsicherung die Restschuldversicherung. Die Restschuldversicherung sichert den Kreditnehmer gegen Tod und auf Wunsch auch gegen Arbeitslosigkeit ab. Die Vorteile für die Bank liegen auf der Hand: Erstens kassiert die Bank Zinsen. Zweitens kassiert die Bank eine Provision für die Vermittlung der Versicherung. Drittens kann die Bank eine höhere Bearbeitungsgebühr erheben. Und viertens kann sie sicher sein, dass der Kredit bei Arbeitslosigkeit und Tod zurückgezahlt werden kann. Der Fünfte Vorteil liegt darin, dass die Bank den Versicherungsbeitrag, der schnell mehrere tausend Euro umfassen kann, als Einmalbeitrag auf die Kreditsumme drauf schlägt, was wiederum mehr Zinsen einbringt. Ein gutes Geschäft für die Bank und der Kunde freut sich auch, denn schließlich kann nun nichts mehr passieren!
Nun haben Restschuldversicherungen Vor- und Nachteile für den Kunden. Zu den Nachteilen gehört sicher der Preis. Eine marktübliche Risikoabsicherung gegen Tod, in Höhe von 25.000 Euro kostet für 20 Jahre je nach Anbieter zwischen 30 und 60 Euro pro Jahr. Also 600 Euro bis 1.200 Euro für die gesamte Laufzeit. Eine Restschuldversicherung gegen Tod kostet selten unter 3.000 Euro bei dieser Summe. Nicht nur dass die Restschuldversicherung teurer ist, der Preisunterschied tut gleich doppelt weh, denn jeder Euro, den der Kunde mehr bezahlt, wird ja auf die Kreditsumme draufgerechnet. Das heißt, der Kunde zahlt nicht nur mehr Versicherungsprämie, er zahlt auch noch ordentliche Zinsen und Bearbeitungsgebühr für die Mehrprämie. Eine dumme Geschichte. Drum prüfe, wer sich lange bindet, ob sich nicht was Besseres findet.
Hier muss allerdings gesagt werden, dass die Risikolebensversicherung nur in Verbindung mit einer Gesundheitsprüfung abgeschlossen werden kann. Die Restschuldversicherung dagegen braucht keine Prüfung, ist also für kranke Menschen interessant. Dafür hat diese aber meist eine Klausel drin, dass die Leistung in den ersten zwei Jahren nach Abschluss verweigert oder eingeschränkt wird, sollte der Tod aus gesundheitlichen Gründen eintreten, die vor Abschluss bekannt waren.
Die Restschuldversicherung bietet auf Wunsch auch einen Schutz gegen den unverschuldeten Eintritt einer Arbeitslosigkeit. Somit ist die Restschuldversicherung die einzige privatrechtliche Versicherung, die dieses Risiko - wenn auch sehr teuer - abdeckt. Im Falle einer Arbeitslosigkeit werden dann die laufenden Kreditraten gezahlt.
Alles in allem bietet die Restschuldversicherung einen Schutz gegen Inkassoforderungen der Bank im Falle eines Todes (bei den Angehörigen) oder bei Arbeitslosigkeit. Hier muss allerdings genau überlegt werden, ob so eine Versicherung nötig ist und wenn ja, in welchen Risiken. Ferner sollte der Kreditvertrag und der Versicherungsvertrag genau studiert werden, um versteckte Kosten aufzuspüren. Im Zweifel solltest Du Deinen Vermögensberater oder die Verbraucherschutzzentrale zu Rate ziehen. (mr)
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04.01.2010  Restschuldversicherung: immer ein gutes Geschäft ... für die Bank!!
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