Alle Jahre wieder … das ändert sich 2011
Das neue Jahr bringt neben guten Vorsätzen in der Regel auch neue Gesetzesänderungen mit sich. Letztes Jahr bedeutete das mit dem Bürgerentlastungsgesetz mehr Netto im Portemonnaie. Dieses Jahr trat die neue Gesundheitsreform in Kraft und beschert uns weniger Netto im Portemonnaie. Der allgemeine Beitrag zur Krankenversicherung, die von unserem Bruttogehalt abgezogen wird, steigt um 0,6 % auf insgesamt 15,5 % des Bruttoeinkommens. Gott sei Dank müssen wir das nicht komplett selbst bezahlen. Der Arbeitgeber zahlt auch einen Teil, so dass wir von unserem eigenen Geld lediglich 8,2 % für die Krankenversicherung zahlen. Das ist aber gar nicht mal so schlimm. So wie wir letztes Jahr nicht gemerkt haben, dass wir mehr Geld in der Tasche haben, werden wir auch die Kürzung kaum spüren. Viel einschneidender sind die Punkte die sonst noch an der Reform hängen. Allen voran steht der Zusatzbeitrag, der den Versicherten direkt vom Konto abgebucht wird. Wenn eine Krankenkasse mit ihrem Geld nicht auskommt, darf sie diesen Zusatzbeitrag bis zu einer Höhe von monatlich 75 € verlangen. Diesen Preis zahlen wir leider komplett allein, der Arbeitgeber gibt nichts dazu. Mit diesem Geld sollten wir dann aber auskommen, solange wir uns guter Gesundheit erfreuen. Müssen wir allerdings eine ärztliche Leistung in Anspruch nehmen, fallen je nach Behandlungsart und -dauer noch einmal Zuzahlungen für Medikamente, Praxisgebühr, Krankenhaustagegeld, etc. bis maximal 2 % des Bruttoeinkommens an. Bei einem Bruttoeinkommen von z.B. 2.500 € im Monat, fallen im schlimmsten Fall 50 € Zusatzbeitrag und bei einer ernsthaften Krankheit noch mal 50 € Zuzahlungen pro Monat an.
Gesundheitsminister Rösler geht davon aus, dass sich die Kosten des Gesundheitssystems weiter nach oben entwickeln sollen und demnach auch weitere Kosten auf die
Versicherten zu kommen.
Was aber können wir tun, um die Kosten für uns erträglich zu halten? Die gesetzliche Krankenversicherung können wir nur dann verlassen, wenn wir selbstständig arbeiten oder mehr als 3.750 € brutto im Monat verdienen. Erfüllen wir keines dieser Kriterien, haben wir keine andere Möglichkeit, als die Entwicklungen so mitzumachen wie sie eben kommen. Einen kleinen Trost bieten allerdings die Möglichkeiten, die Zusatzkosten zu verringern.
So können wir zum Beispiel in eine Kasse wechseln, die keinen bzw. einen geringeren Zusatzbeitrag erhebt, als die Kasse in der wir zurzeit versichert sind. Das kann einiges an Geld im Jahr einsparen. Allerdings ist hier auch klar zu sagen, dass alle Kassen in Zukunft einen Zusatzbeitrag erheben werden, da die Probleme im Gesundheitssystem ja auch alle Kassen betreffen. Ein Kassenwechsel schiebt das Problem etwas auf und spart zumindest für ein oder zwei Jahre bares Geld bei gleicher Leistung.
Gegen die Zusatzkosten wie die Zuzahlung bei Medikamenten, die Praxisgebühr oder die Zuzahlung im Krankenhaus können wir uns über eine private Zusatzversicherung absichern. Diese kosten in der Regel nicht sehr viel Geld und sparen im Krankheitsfall erhebliche Mehrkosten ein. Gerade im Bereich Zahnbehandlung und Zahnersatz findet die private Zusatzversicherung reißenden Absatz, da die Leistung der Kassen hier besonders dürftig ist. Da auch die Zusatzversicherung Geld kostet, würden wir diese natürlich am liebsten erst dann abschließen, wenn wir sie auch in Anspruch nehmen wollen, also wenn sich eine längere Behandlung bereits abzeichnet. Das funktioniert so leider nicht. Im Gegensatz zu den gesetzlichen Kassen, dürfen die Privaten Krankenversicherer eine Gesundheitsprüfung vornehmen und entscheiden welchem Kunden sie den Schutz gewähren und welchem nicht. Wer sich privat absichern möchte, sollte dies also möglichst in jungen Jahren und möglichst gesund tun, dann wird er auch aufgenommen und zahlt zudem einen sehr geringen Preis. (mr)
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28.12.2010  Alle Jahre wieder … das ändert sich 2011
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