Wie kann ich meinem Chef, dem Staat und mir selbst eine Freude machen?
Viele Menschen sparen gar nicht oder zu wenig für das Alter, obwohl sie wissen, dass sie mit hoher Wahrscheinlichkeit das Rentenalter erreichen und weit weniger Geld zum Leben haben werden als jetzt. Der Grund für diesen offensichtlichen Widerspruch liegt meistens in den Kosten für eine Altersvorsorge. Geld was wir für das Alter sparen, ist Geld was wir heute nicht zum Ausgeben haben. Und das obwohl wir ja nicht mal wissen, ob wir nicht vor Rentenbeginn sterben oder ob das Geld überhaupt ausreichen wird.
Diese Sorgen sind natürlich berechtigt und nachvollziehbar, dennoch schützen sie nicht vor dem Altwerden. Wenn jemand diesen Menschen Geld für die Altersvorsorge schenken würde, würden diese wahrscheinlich nicht nein sagen. Vorsorgen wollen viele. Abgehalten werden sie nur von den Kosten.
Schenken, ohne dass wir etwas tun müssen, wird uns wohl niemand etwas. Wir haben allerdings die Möglichkeit, den Betrag den wir eh schon sparen zu verdoppeln. Das geht mit der betrieblichen Altersvorsorge, oder auch Betriebsrente genannt. Diese Form der Altersvorsorge wird am stärksten durch den Staat gefördert. Wie der Name schon sagt, kann dieser Weg nur über den Arbeitgeber beschritten werden. Der Unterschied zu allen anderen Rentenarten besteht darin, dass der Beitrag zu dieser Rente vom Bruttogehalt gezahlt wird. Wer schon mal eine Gehaltserhöhung bekommen hat wird wissen was das bedeutet. Gibt uns der Arbeitgeber 100 Euro mehr Gehalt im Monat, haben wir je nach Steuerklasse und Freibeträgen ca. 60 Euro mehr netto auf dem Konto. Darüber ärgern wir uns meistens.
Mit der betrieblichen Altersvorsorge drehen wir den Spieß um. Mal angenommen wir wollen 100 Euro monatlich für das Alter sparen. Wenn wir diese 100 Euro von unserem Bruttogehalt sparen (also in eine Betriebsrente) dann kostet uns das netto nur ca. 60 Euro im Monat. Der Unterschied kommt, weil der Staat für die Beiträge zu Betriebsrente auf die Lohnsteuer und die Sozialabgaben wie Arbeitslosenversicherung etc. verzichtet. Ein gutes Geschäft also. Natürlich muss der Arbeitgeber mit spielen. Der lässt sich aber schnell überzeugen, denn er spart auf die eingezahlten Beiträge ebenfalls die Sozialabgaben und somit Lohnnebenkosten. Bei 100 Euro monatlichen Beitrag spart der Arbeitgeber so ca. 20 Euro pro Monat an Lohnkosten. Dazu kommt dass er selbst kaum Arbeit mit der Installation einer Betriebsrente hat, da die Verwaltung der Verträge und die Schulung der Mitarbeiter durch den Anbieter und die Buchungen durch den Steuerberater erledigt werden.
Natürlich gibt es auch einen kleinen Haken. So kann nicht unbegrenzt viel Geld monatlich steuer- und Sozialversicherungsfrei eingezahlt werden. Ferner ist darauf zu achten, dass die Auszahlung aus der Betriebsrente steuerpflichtig ist und frühestens mit 61 Jahren erfolgen kann. Es gibt noch einige weitere kleine Einschränkungen, die zwar nicht schlimm sind, aber beachtet werden sollten.
Grundsätzlich kann gesagt werden, dass die betriebliche Altersvorsorge für fast jeden Arbeitnehmer ein gutes Geschäft ist. Wie immer ist jedoch auch hier eine ausführliche Beratung durch einen Vermögensberater erforderlich. Dieser wird Euch ausrechnen in wie weit sich die betriebliche Altersvorsorge für Eure spezielle Situation lohnt und welche Vorteile und Risiken es für Euch gibt. Er wird auch die Verhandlung mit dem Arbeitgeber sowie die Vertragsbetreuung übernehmen, um Fehler in der technischen Umsetzung zu vermeiden.
Durch das Angebot der Betriebsrente, zusammen mit anderen staatlich geförderten Lösungen nimmt uns der Staat einen großen Teil der Kosten für die Altersvorsorge ab. Ziel ist es, der Altersarmut entgegen zu wirken und so zur sozialen Sicherheit in der Zukunft beizutragen. (mr)
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01.05.2011
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