Ist die Riesterrente für mich interessant??
Seit einigen Wochen stehen die Zeitungen voll von einer Geschichte über die Riesterrente. Der Staat fordert die gezahlten Riesterzulagen in mehr als einer Million Fälle zurück mit der Begründung, die Verträge seien nicht gemäß den Bedingungen für die Gewährung der Zulage bespart worden. Durch diese Meldung kam in der Presse eine Diskussion über den Sinn der Riesterrente auf, und viele Sparer verloren das Vertrauen in dieses Produkt.
SCHWULISSIMO zeigt einmal einige grundsätzliche Dinge zur Riesterrente auf und erklärt, wie es zu der Rückforderung der Zulagen kommen konnte und wie der Staat auf die negative Presse reagiert hat.
Die Altersvorsorge nach dem Altersvermögensgesetz, oder auch Riesterrente ist einer der wichtigsten Bausteine für die Altersvorsorge. Das liegt in erster Linie an der hohen staatlichen Förderung. So bekommt jeder Sparer, der 4 % seines Vorjahresbruttoeinkommens in die Riesterrente einzahlt, eine Jährliche Grundzulage von 154 Euro vom Staat. Darüber hinaus bekommt er für jedes Kind das vor 2008 geboren wurde 185 Euro und für nach 2008 geborene Kinder 300 Euro Zulage. Wer mitgerechnet hat wird feststellen, dass die Förderung nicht immer gerecht ist. Jemand der wenig verdient und zwei Kinder hat, muss wenig einzahlen und bekommt viel Geld in Form der Zulagen in seinen Vertrag. Der gut verdienende Single ohne Kinder dagegen muss viel einzahlen und bekommt lediglich 154 Euro pro Jahr. Das wird wohl keinen der besser Verdienenden hinter dem Ofen vor locken. Aus diesem Grund gibt es noch eine zweite Förderung. Der gesamte Beitrag, der in das Riesterprodukt eingezahlt wird, max. 2.100 Euro im Jahr, kann steuerlich abgesetzt werden. Bei einem Jahreseinkommen von 30.000 Euro und einem persönlichen Grenzsteuersatz von 31,5 % beträgt die Steuerrückerstattung bei Einzahlung des Mindestbeitrages rund 224 Euro. Zusammen mit der Zulage ergibt das bei einer Einzahlung von 1.046 Euro pro Jahr eine staatliche Förderung in Höhe von 378 Euro. Das entspricht immerhin einer gesetzlich garantierten Rendite von mehr als 36 %. Wenn das kein gutes Geschäft ist.
Natürlich gibt es immer wieder Verschwörungstheoretiker, die dann behaupten, der Staat würde die Förderung bald nicht mehr bezahlen können oder die Altersvorsorge dürfe niemals in Zusammenhang mit der unfähigen Politik stehen. Und vieles mehr. Zugegeben, es gibt eine Anzahl an Gesetzen und Regelungen, die Unsicherheit hervorrufen. Wir dürfen allerdings nicht vergessen, welches Ziel der Staat verfolgt. Wir sind in Deutschland in der Situation, dass die Bevölkerung überaltert. Wir wissen auch um die Probleme, welche das mit sich bringt, allen voran die Altersarmut. Wenn die Menschen sich wichtige Dinge wie Nahrung, Medikamente und Wohnraum nur noch sehr eingeschränkt leisten können, besteht die Gefahr, dass sie sich diese Dinge auf anderem Wege besorgen. Darüber hinaus werden Sie ihren Unmut Luft machen. Um das zu vermeiden, fördert der Staat die Altersvorsorge in hohem Umfang und wird diese Förderung solange es geht aufrechterhalten. Für uns als Rentensparer heißt das, wir nehmen was wir kriegen können, denn alles was uns der Staat gibt müssen wir nicht selbst sparen.
Wie bei allen staatlichen Leistungen sind an die Förderungen der Riesterrente eine Reihe von Regeln und Bedingungen geknüpft. Es gibt verschiedene Durchführungswege und Voraussetzungen, die erfüllt sein müssen, um die Förderung zu erhalten. Auch die Verwendung des Kapitals einer Riesterrente ist geregelt und mit Einschränkungen belegt. Aufgrund dieser Komplexität ist die Riesterrente ein sehr beratungs- und betreuungsintensives Produkt. Einmal abgeschlossen muss regelmäßig geprüft werden, ob der Vertrag noch die optimalen Bedingungen für die volle Förderung erfüllt.
Ist dies nicht der Fall, kann die Zulagenstelle zuviel gezahlte Zulagen zurückfordern. Dies war auch der Auslöser für die Diskussion über die Riesterrente. Hier wurden Zulagen zurück gefordert, weil sich der Status des Sparers verändert hat (z. B . Geburt eines Kindes), diese Veränderungen aber nicht der Zulagenstelle mitgeteilt wurden. Der Staat hat nun darauf reagiert und gibt den Betroffenen die Möglichkeit, zu wenig gezahlte Beiträge nachzuzahlen und so die Zulagen nachträglich zu sichern.
Zusammenfassend kann gesagt werden, dass die Riesterrente eine sehr wichtige Form der Vorsorge ist und bei richtiger Anwendung sehr viel Geld vom Staat für das Alter angelegt werden kann. Allerdings sollte man eine Riesterrente niemals zwischen Tür und Angel abschließen und immer sicher stellen, dass jemand dahinter steht, der den Vertrag aktiv betreut und darauf hinweist, dass diese oder jene Veränderung im Leben einen Einfluss auf den Vertrag hat. (mr)
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27.05.2011
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