Unfall?? - Ich pass immer auf, mir passiert schon nichts!!!
Die Unfallversicherung ist neben der Berufsunfähigkeitsversicherung die wichtigste Komponente zur Absicherung der Arbeitskraft. Warum ist sie so wichtig?
Die Lösung liegt auf der Hand. Die Arbeitskraft ist für viele Menschen die einzige Möglichkeit seriös Geld zu verdienen. Dem entsprechend ist sie bei fast allen Menschen auch die einzige Einnahmequelle.
Ein Beispiel: Max Leisetritt ist 25 und verdient monatlich 1.400 Euro netto. Dieses Geld verdient er 12 x im Jahr und noch 42 Jahre bis zu seiner Rente. Daraus ergibt sich die einfache Formel:
1.400 Euro x 12 x 42 = 705.600 Euro
Max verdient bis zu seiner Rente also noch 705.600 Euro. Das bedeutet, dass Max alles was er in Zukunft anschaffen möchte, sei es Haus, Urlaub, Auto, Flachbildfernseher oder Altersvorsorge, mit diesem Geld bezahlen muss. Rechnen wir jetzt noch Gehaltserhöhungen hinein, die er sicher in seinem Leben haben wird, kommen wir leicht über eine Million Euro. Dieses Geld erwirtschaftet Max allein mit seiner Arbeitskraft.
Jetzt drängt sich die logische Frage auf: Was passiert, wenn Max seine Arbeitskraft verliert? Sei es durch eine Krankheit, einen Unfall, psychische Störungen oder sonst was. Jeder von uns hatte schon einmal die Situation, dass wir nur knapp einem Unfall entgangen sind oder gefährliche Dinge getan haben. Dazu kommen Missgeschicke anderer Menschen, auf die wir keinen Einfluss haben, die uns aber schädigen können, selbst wenn wir selbst aufpassen. Die Berufsunfähigkeits- und Unfallversicherung sind also mit die wichtigsten Versicherungen, die es abzuschließen gilt.
So und nun genug der Standpauke. Worauf musst man denn nun achten, wenn man eine Unfallversicherung abschließt und wo liegt überhaupt der Unterschied zwischen Unfall und BU?
Die wesentlichsten zwei Unterschiede bestehen darin, dass die Unfallversicherung nur bei Unfall (übrigens die häufigste Ursache für den Verlust der Arbeitskraft) zahlt und die BU grundsätzlich immer bei einer Berufsunfähigkeit (ab 50 % Arbeitsunfähigkeit), egal, welche Ursache sie hat. Zweitens zahlt die BU eine monatliche Rente. Die Unfallversicherung zahlt Einmalleistungen, die im Fall eines Unfalls helfen sollen, verschiedene Kosten zu tragen. Das können Behandlungskosten sein, Umbaukosten, um das Haus oder die Wohnung behindertengerecht zu bauen, Kosten für medizinisches Gerät etc.
Die wichtigste Leistung der Unfallversicherung ist die Invaliditätsleistung. Die sich aus der Grundsumme und der zugrunde liegenden progressiven Steigerung, je nach Invaliditätsgrad, errechnet. Das bedeutet, dass die Versicherer davon ausgehen, dass bei steigender Invalidität,die Kosten überproportional ansteigen. Aus diesem Grund ist auch die Leistung der Unfallversicherung progressiv. Das kennen wir ja schon von der Steuer, nur dass wir uns hier über die Progression freuen können, da es mehr Geld gibt. Nach der Grundsumme richtet sich also die Höhe der Leistung im Unfall-Fall. Daher ist es wichtig die richtige Höhe der Grundsumme zu wählen. Da sich der Preis der Versicherung nach der Höhe der Grundsumme richtet, wird hier gern mal etwas tief gestapelt. Wie bei den Sachversicherungen bin ich auch hier der Meinung, dass ich mir den Versicherungsbeitrag auch ganz sparen kann, wenn ich mich zu niedrig versichere und im Schadensfall dann nur geringe Leistung bekomme. Für die Wahl der Grundsumme gibt es eine einfache Faustformel. Die Grundsumme sollte immer in Höhe eines doppelten Jahresbruttogehaltes gewählt werden. Bei einem Einkommen von 30.000 Euro im Jahr sollten also 60.000 Euro versichert werden, damit sich entsprechend der Progression im Leistungsfalls auch eine ausreichende Versicherungssumme ergibt. Darüber hinaus bietet die Unfallversicherung einiges an Sonderleistungen, die gegen Mehrbeitrag mitversichert werden können. Dazu zählen u. a. ein Unfallkrankenhaustagegeld, eine Unfallrente, ein Todesfallschutz, Schmerzensgeld sowie Serviceleistungen.
Wie bei allen anderen Versicherungen auch, geht es bei der Unfallversicherung um den Preis. Die Unfallversicherung ist Gott sei dank eine sehr günstige Versicherung. Das lässt sich am besten erkennen, wenn wir uns mal fragen wie viel Geld wir im Monat ausgeben, um unser Auto zu versichern. Das Auto ist i. d. R nur einige tausend Euro wert und wir geben Unsummen für Haftpflicht und Kasko aus. Die Unfallversicherung, die unsere Arbeitskraft im Wert von einer ¾ Million absichert ist uns mit 10 Euro im Monat schon zu teuer.
Wichtig ist also, dass wir nicht auf den Preis selbst achten, sondern auf ein gutes Preis-Leistungsverhältnis. Bei der Unfallversicherung können wir die Leistungen sehr schön vergleichen. Nachfolgend einige Dinge auf die Du achten solltest.
- Höhe der Grundsumme
Ist sie zu niedrig, wird im Leistungsfall nicht genug Geld zur Verfügung stehen, um Deinen Lebensstandard aufrecht zu erhalten. - Progression
Die Höhe der Progression (Vervielfältigung der Grundsumme) unterscheidet sich bei den Versicherern. Die Spanne geht hier von 200 % bis 1000 %. Je höher die Progression, um so höher die Leistung. - Sonderleistungen
Viele Versicherer bieten in ihrem Standardtarif Sonderleistungen an. Das kann eine Sonderleistung bei 100% Invalidität sein, das können Bergungskosten und Kosten für kosmetische Operationen, sowie die Versicherung eines fixen Schmerzensgeldes bei Knochenbrüchen und schweren Verletzungen sein.
Die wichtigste Leistung, auf die Du unbedingt achten solltest, ist die Mitversicherung von Zeckenbissen, da hier Krankheiten übertragen werden können, die sich oft erst nach einiger Zeit bemerkbar machen.
Fazit: Unfall und BU sind wichtig, da sie die einzige Einnahmequelle absichern, die wir im Leben – vor allem zu Beginn unseres Arbeitslebens – haben: Unsere Arbeitskraft. (mr)
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27.06.2011  Unfall?? - Ich pass immer auf, mir passiert schon nichts!!!
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