Wer kein Geld hat, darf eben nicht krank sein!
Dass die gesetzliche Rente nicht mehr ausreicht und diejenigen, die nicht vorsorgen, ihre Konsumfähigkeit im Alter verlieren, liegt mittlerweile auf der Hand. Die Gründe sind so einfach wie fatal: Eine immer größer werdende Gruppe älterer Menschen steht einer immer kleiner werdenden Gruppe jüngerer Menschen gegenüber. Da die jungen Menschen die Alten Menschen finanzieren, müssen die gesetzlichen Systeme von sinkenden Einnahmen steigende Ausgaben bezahlen. Um sich auszurechnen, wie lange das funktioniert, muss keiner Mathematik studiert haben.
Die Folgen dieser Entwicklung bekommen wir allerdings nicht nur in der Rentenversicherung zu spüren. Die gesetzliche Krankenversicherung funktioniert nach dem gleichen Prinzip und ist daher ebenso stark betroffen. Der demographische Wandel zwingt die Politik regelmäßig zu Reformen der gesetzlichen Systeme. In diesem Zusammenhang bedeutet Reform so gut wie immer eine Kürzung der gesetzlichen Leistungen und im Gegenzug einen Anstieg der Beiträge.
Die zum 01.01.2009 in Kraft getretene Gesundheitsreform bestätigt diese Aussage einmal mehr. Die Beiträge sind im Durchschnitt gestiegen – auf jetzt einheitlich 15,5 % – und die Leistungen sind gesunken. Im Zuge der Finanzkrise wurde der Beitrag dann wieder auf 14,9 % gesenkt. Zum 01.01.2011 ist er dann wieder auf 15,5 % gestiegen. Ergebnis ist, die Kassen nehmen mehr Geld ein und geben weniger Geld aus. Eine tolle Sache könnte man denken, dummerweise steigen die Gesundheitskosten jedes Jahr um durchschnittlich 6 %. Das liegt an den Preisen für Medikamente, neuen Behandlungsmethoden oder höheren Honoraren für Ärzte.
So kommt es, dass die ersten Kassen nicht mal ein Jahr nach der Beitragserhöhung bereits einen monatlichen Zusatzbeitrag erheben, weil sie mit dem Geld nicht mehr auskommen. Von Sicherheit über Jahrzehnte kann hier wohl kaum die Rede sein. Die nächste Reform wird also kommen.
Die ewigen Reformen bringen uns Überraschungen wie die Praxisgebühr, Medikamentenzuzahlungen, kaum noch Leistungen beim Zahnersatz, Wegfall der Leistungen für Sehhilfen und vieles mehr. Da ist sicher für jeden eine Zuzahlung dabei.
Die Frage ist aber, wie es weiter geht. Wenn die Leistungen weiter gekürzt werden, stellt die gesetzliche Krankenversicherung irgendwann nur noch eine Grundversorgung dar. Die Beiträge können aber auch nicht bis ins Unendliche erhöht werden. Egal wie die Lösung seitens der Politik aussehen wird, eine Leistungsverbesserung für die Versicherten wird sie sicher nicht enthalten.
Aus diesem Grund bin ich mittlerweile der Ansicht, dass die Gesundheitsvorsorge ein wichtiger Bestandteil zur Sicherung der Lebensqualität im Alter ist. Was bringt mir denn eine mühsam angesparte Zusatzrente, wenn ich einen Großteil davon später für medizinisches Gerät aufwenden muss? Alters- und Gesundheitsvorsorge gehören also zusammen und sollten auch in einem Konzept miteinander verbunden werden.
Da zusätzliche Absicherung aber auch zusätzliches Geld kostet, sollte man sich Gedanken über eine Refinanzierung machen. Zum Beispiel kann man eine Krankenkasse wählen, die ein gutes Bonussystem anbietet, welches der Finanzierung einer Zusatzversorgung dienen kann. Auch steuerliche Möglichkeiten können hier ausgeschöpft werden, sowie Rabattsysteme der privaten Kassen. Ferner gilt, je früher desto besser. Soll heißen, die Beiträge für private Absicherungen steigen mit zunehmendem Alter. Ebenso ist der Gesundheitszustand zum Zeitpunkt des Abschlusses entscheidend für den Beitrag. So kann es bei gesundheitlichen Beeinträchtigungen Leistungsausschlüsse oder Risikozuschläge im Beitrag geben. Um dies zu vermeiden, ist ein früher Einstieg wichtig. (mr)
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01.08.2011
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