Die Studie zur "Kreativen Klasse in Deutschland" der Consulting-Firma Agiplan aus Mülheim an der Ruhr hat erstmals den Schwulenanteil der Bevölkerung mit in seine Wertung zur Wettbewerbsfähigkeit von deutschen Städten einbezogen. Das führte zu teilweisen kuriosen Ergebnissen: Koblenz hat etwa den besten Gay Index.
Die Wettbewerbsfähigkeit wird von Agiplan anhand des "TTT"-Indexes ermittelt, er besteht zu gleichen Teilen aus den Einzel-Indizes Technologie, Talent und Toleranz. Der Toleranz-Index beinhaltet zu je einem Drittel den Anteil an Freiberuflern (Bohemian Index), den Ausländeranteil und den Anteil von Wahlstimmen für Rechtsextreme (Integrationsindex) sowie den Anteil von Homosexuellen an der Bevölkerung (Gay Index).
Dieser neue schwule Faktor wird in der Studie anhand der Datingseite Gayromeo.com berechnet. Das "schwule Einwohnermeldeamt" gilt als bester Indikator für den schwulen Anteil in kreisfreien Städten in Deutschland, so die Consulting-Firma. Der errechnete Gay Index führt zu einem überraschenden Sieger: Koblenz hat demnach den größten Anteil an Homosexuellen in der Bevölkerung. Den zweiten Platz nimmt Frankfurt am Main ein, gefolgt von Köln. München wurde 9., Berlin erreichte Rang 15, Hamburg konnte sich nicht in den Top 20 platzieren.
Die neue Berechnung hat auch die Reihenfolge beim gesamten TTT-Index verändert. Das fränkische Erlangen, das ohne Gay Index als wettbewerbsfähigste Stadt in Deutschland gegolten hat, rutscht wegen der schwulen Abwesenheit auf Rang fünf ab. Sieger ist dafür die bayerische Landeshauptstadt München, gefolgt von Berlin, das von Rang sechs auf Rang zwei aufsteigt. Köln verbessert sich von Rang neun auf Rang drei. (mg)