In der südafrikanischen Hauptstadt Kapstadt sind am Mittwoch fünf Männer wegen des brutalen Mordes an einer Lesbe zu jeweils 18 Jahren Haft verurteilt wurden. Erstmals erkannte ein Gericht des Landes Homophobie als strafverschärfenden Umstand an.
Mbulelo Dama, Lubabalo Ntlabathi, Sicelo Mase and Luyanda Londzi hatten im Februar 2006 die 19-jährige Zoliswa Nkonyana gesteinigt und anschließend erstochen, weil sie offen als Lesbe gelebt hatte. Die vier Angeklagten waren zum Tatzeitpunkt minderjährig.
Die Richter erklärten in ihrer Urteilsbegründung, dass Homophobie das Motiv für den Mord war. Das Urteil sei als Signal zu verstehen, dass Gewalt gegen sexuelle Minderheiten im Post-Apartheid-Südafrika ebenso wenig akzeptiert werde wie Gewalt aus Rassenhass, berichtet die BBC.
Die Menschenrechtsorganisation "Social Justice Coalition" begrüßte das Urteil: "Heute erinnern wir uns an Zoliswa und die tausenden anderer Menschen, die grundlos ermordet worden sind. Viele Täter kamen bislang glimpflich davon. Wir wünschen ihrer Familie alles Gute und hoffen, dass sie sich vom Trauma erholen kann." (mg)