Im Nordteil Zyperns stehen zwei Männer wegen angblicher Homosexualität vor Gericht. Türkischen Medienberichten zufolge saßen die zwei Männer, davon ein Nigerianer, bereits wegen anderer Verbrechen im Gefängnis im türkischen Teil von Nicosia. Am 29. Januar wurden sie wegen "unnatürlichen Handlungen" nach dem Strafrechtsparagrafen 171 angeklagt.
Nordzypern ist das letzte Land in Europa, das Homosexualität nach wie vor unter Strafe stellt. Schwulen drohen dort mehrjährige Haftstrafen. Im Dezember 2011 hatte der nordzyprische Regierungschef Dervis Eroglu der britischen EU-Abgeordneten Marina Yannakoudakis noch zugesagt, den Paragrafen 171 ersatzlos zu streichen.
Erst vor wenigen Monaten hatte Nordzypern für Aufsehen gesorgt, als der ehemaliger südzyprische Finanzminister Michalis Sarris wegen Homosexualität festgenommen wurde. Nach einer Woche Haft wurde er gegen die Zahlung einer Kaution in Höhe von rund 50.000 Euro freigelassen. Er setzte sich daraufhin in den südlichen Teil der Insel ab, der gleichgeschlechtliche Beziehungen bereits im Jahr 1998 legalisiert hatte. (mg)