Amnesty International hat dem ostafrikanischen Staat Malawi vorgeworfen, ein schwules Paar als "politische Gefangene" festzuhalten und fordert in einer Mitteilung vom 6. Januar die sofortige Freilassung. Vor einer Woche sind der 20-jährige Tiwonge Chimbalanga und der 22-jährige Steven Monjeza festgenommen worden. Sie hatten sich in einer symbolischen Zeremonie geheiratet. Bei ihrem ersten Gerichtstermin plädierten beide auf "nicht schuldig". Die malawischen Behörden wollen nun mit einer Zwangsuntersuchung nachweisen, dass das Paar Anal-Sex hatte.
"Der Versucht, diese Menschen zu einer analen Untersuchung zu zwingen, ist abstoßend", erklärte Kate Allen von Amnesty. "Solche Praktiken wie auch die Kriminalisierung von Homosexualität sollten sofort beendet werden." Derzeit stehen nach altem britischen Kolonialrecht 14 Jahre auf Homosexualität. Derzeit wird auch von Misshandlungen der Beiden durch andere Gefangene berichtet. Bisherige Anträge auf Entlassung gegen Kaution haben die Gerichte bislang abgelehnt. Ein Richter stellte allerdings die vorläufige Freilassung bis kommenden Sonntag in Aussicht, falls die Staatsanwaltschaft ihre Untersuchungen abgeschlossen hat. Ein Prozess könnte dann am 15. Januar beginnen.