In Göppingen ist der CDU-Nachwuchs nach rechtsaußen gerückt: "Die eingetragene Partnerschaft, die so genannte Homo-Ehe ist im Interesse des Staates und seiner Zukunft falsch und unsinnig. Und sie widerspricht christlichen Grundsätzen zutiefst", konstatiert die Junge Union der baden-württembergischen Stadt.
Der Provinz-Nachwuchs veröffentlichte kürzlich ein Positionspapier mit dem Titel "Die K-Frage der Union" - das "K" steht hier für Konservatismus. Die "Eislinger Erklärung" dient vor allem dazu, ein Feindbild aufzubauen nach dem Motto: "Hier wir Konservativen, dort ihr Bösen". Dabei arbeiten die Jungpolitiker auch mit umstrittenen Vokabeln wie "Überfremdung". Als Gegner bezeichnen sie "linke Gruppierungen", die "seit der Kulturrevolution Ende der 60er Jahre" christliche Werte ("und damit unsere Ordnung") bekämpften.
Seit Wochen kursiert das Papier mit großem Presseecho im gesamten Bundesland. Inzwischen kritisieren selbst Christdemokraten, dass Baden-Württembergs Ministerpräsident Mappus den Kindergarten gewähren lässt. So drohte etwa der Filderstädter CDU-Stadtrat Ralf Berti mit Parteiaustritt: "Ich verlange eine transparente Distanzierung von Herrn Mappus zu diesen rechtslastigen Parolen", erklärte der Politiker aus dem Landkreis Esslingen. Gemeinsam mit seinem Parteifreund und Stadtrat der Stadt Göppingen, Stefan Horn, hat Berti bereits eine Unterschriftenaktion gegen die "Eislinger Erklärung" ins Leben gerufen
Der SPD-Landtagabgeordnete Stefan Braun empört sich: "Weder der Ministerpräsident noch die örtliche CDU findet die Kraft, sich davon zu distanzieren".
Ministerpräsident Mappus weigert sich indes, das Papier der Göppinger zu kommentieren: "Ich werde nicht über jedes Stöckchen hüpfen, das mir jemand hinhält", sagte er.
Die FDP, die gemeinsam mit der CDU seit 1996 das Land regiert, spielte das Göppinger Papier als „Jugendsünde“ herunter: "Wer mit 20 kein Sozialist ist, hat kein Herz. Wer es mit 30 noch immer ist, hat keinen Verstand. Das Gleiche wollen wir auch auf die Buben von der JU angewendet wissen", sagte der liberale Landtagsabgeordnete Hagen Kluck.