Rugby-Club nach homophobem Zwischenfall verurteilt
Genugtuung bei Gay-Aktivisten in Großbritannien: Der Rugby-Club Castleford Tigers muss eine Geldstrafe von 40.000 Pfund zahlen, nachdem aus dem Publikum heraus ein schwuler Spieler beleidigt wurde.
Der Vorfall ereignete sich vor drei Monaten, als das Team aus Yorkshire die Crusaders aus Wales empfangen hat. Deren Star, der walisische Nationalspieler Gareth Thomas, hatte sich wenige Wochen zuvor als schwul geoutet.
Die English Rugby Football League will nun an den Castleford Tigers ein Exempel statuieren und droht damit, dass andere Teams bei ähnlichen Zwischenfällen ebenfalls harte Strafen erwarten. Die Hälfte der Strafe für Castleford ist bis Ende 2011 auf Bewährung ausgesetzt. Der Rest muss sofort überwiesen werden.
Der bestrafte Club hat bereits angekündigt, gegen das Urteil in Berufung zu gehen. Man sei "enttäuscht und geschockt", sagte Vereinssprecher Richard Wright. Die Castleford Tigers hätten alles unternommen, um diskriminierende Fan-Gesänge zu verhindern. Es sei unfair, nun wegen eines Einzelfalls in dieser Weise bestraft zu werden.
Der schwule Spieler zeigte sich zufrieden: "Ich war ziemlich verletzt von dem, was ich hören konnte. Ich bin doch auch nur ein Mensch", so Gareth Thomas. Er unterstützte das Verfahren gegen die Tigers. "Nur so können wir diesen wenigen Leuten klarmachen, dass es so nicht geht. Vielleicht wird so etwas dem nächsten Spieler, der sich outet, erspart bleiben".
(mg)
07.07.2010
Rugby-Club nach homophobem Zwischenfall verurteilt