Der Fernsehmoderator Roger Willemsen ist mit dem Felix-Rexhausen-Preis 2010 ausgezeichnet worden. Der mit 500 Euro dotierte Preis wurde am Sonntag im Rahmen des Frankfurter CSD vom Bund Lesbischer und Schwuler JournalistInnen (BLSJ) übergeben. Anlass ist die Radio-Collage "Er sucht ihn - Männerliebe literarisch", die Willemsen zusammen mit Günter Frorath und Michael Lohse für WDR5 produziert hat.
Die Sendung sei ebenso "unterhaltsam wie lehrreich", lobte Jurymitglied Arnd Riekmann. "Trotz ihrer klassischen Machart sind diese zwei Stunden Radio vor allem eines: originell." Willemsen baue "seine intelligent-witzige Moderation mit aktuellen und teils höchst politischen Bezügen zu einem eigenständigen journalistischen Beitrag aus", würdigte die Jury. Das Fundament dafür liefere der weite Bogen literarischer Stücke ebenso wie die "kongenial eingepassten Musikstücke", von Tschaikowsky über Hildegard Knef bis hin zu Rufus Wainwright.
Mit einem undotierten Sonderpreis wurde Sarah Stricker für ihren Artikel "Die wollen mich fertigmachen" in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung ausgezeichnet, in dem es um Transsexuelle in Männergefängnissen geht. Der freie Journalist Stefan Niggemeier wurde für einen privaten Blogeintrag gelobt, in dem er einen von der "Welt" republizierten Meinungsbeitrag von Philipp Gut über den "Kult der Schwulen" auseinanderiss. Die Jury lobte erneut die beiden anderen Nominierungen: Cornelia Laufer für die Print-Reportage "Zufrieden im Frauenverein" (Neue Osnabrücker Zeitung) sowie Dorothee Hackenberg, Boris Kullick, Frauke Oppenberg, Steffen Seibel und Holger Wicht für die rbb-Radiosendung zum Berliner CSD im Vorjahr.
Felix Rexhausen (1932-1992), der Namenspatron des Preises, war gemeinsam mit Gerd Ruge und Carola Stern Mitbegründer der deutschen Sektion von Amnesty International und arbeitete für den Rundfunk sowie für Zeitungen und Zeitschriften. Rexhausen war noch zu Zeiten des alten Paragrafen 175 ein engagierter Journalist, der die Lebensumstände schwuler Männer eindringlich, aber auch ironisch und selbstkritisch thematisierte. Der nach ihm benannte Preis wird seit 1998 jährlich vergeben, schwul-lesbische Redaktionen selbst wurden bisher nur einmal berücksichtigt: 2001 wurde die inzwischen eingestellte "Gigi" mit einem Sonderpreis gewürdigt.