Familienministerin Kristina Schröder (CDU) soll sich mehr um junge Lesben und Schwule kümmern, fordern die Grünen. Anlass ist der kürzlich vorgelegte "13. Kinder- und Jugendbericht". Dort werde auf die spezielle Lebenssitiation von homosexuellen Jugendlichen kaum eingegangen, kritisierte der Grünen-Abgeordnete Kai Gehring.
In einer Antwort auf eine Kleine Anfrage der Ökopartei stelle sich die schwarz-gelbe Regierung zudem unwissend, so Gehring: So lägen dem Bund der Antwort zufolge angeblich "keine statistischen Daten zur Rate der Suizidversuche bei lesbischen und schwulen Jugendlichen vor." Die Grünen verweisen aber auf eine ältere Antwort der Regierung, die solche Zahlen enthält.
Im Jahr 2007 hatte die Bundesregierung noch geantwortet: "Einer Studie der Berliner Senatsverwaltung für Schule, Jugend und Sport von 1999 zufolge hatten 18 Prozent der schwulen oder lesbischen Jugendlichen bereits einen oder mehrere Suizidversuche hinter sich, mehr als die Hälfte hatte bereits an Selbst-mord gedacht. Damit ist das Suizidrisiko bei gleichgeschlechtlich orientierten Jugendlichen viermal höher als bei Jugendlichen mit heterosexueller Orientierung."
"Das Desinteresse und die Ignoranz gegenüber fünf bis zehn Prozent der Jugendlichen ist beschämend und nicht hinnehmbar", sagte Gehring. Er verlangte einen nationalen Aktionsplan gegen Homophobie und Präventionsstrategien gegen Mobbing.
(mg)