Der schwule Grünen-Abgeordnete Volker Beck gibt seinen Kampf gegen homophobe Reggae-Sänger nicht auf. Künstler wie Sizzla, der in einigen seiner Songs zum Mord an Homosexuellen aufruft, könnten sich nicht auf kulturelle Unterschiede und ihre Sozialisation berufen.
Die meisten Künstler aus Jamaika seien nicht homophob, Sizzla und einige Kollegen hingegen nutzten "Klischees und Vorurteile, um daraus Prominenz und Gewinn zu ziehen", sagte Beck im Interview mit dem Online-Forum "Reggae Town", "Es handelt sich hier um Großverdiener, die auf dem Rücken von Minderheiten Geld machen".
Das Forum "Reggae Town" positioniert sich nach eigenen Angaben "seit längerem aktiv, selbstkritisch und selbstbewusst gegen homophobe Aufrufe in jamaikanischen Songtexten". Die Diskussion zwischen Reggae- und Schwulen-Szene hatte sich in den letzten Jahren zunehmend verschärft, zumal es zu mehreren Demos, Einreiseverboten und erzwungenen Konzertabsagen kam. Gegen einen Auftritt von Sizzla in Wuppertal gab es sogar einen Buttersäureanschlag. "Gewalt ist nie eine Lösung. Ich setze auf Argumente und auf rechtsstaatliche, präventive Mittel", meinte dazu Volker Beck.
In letzter Zeit habe es viele positive Diskussionen mit Künstlern und Branchenvertretern gegeben, führte der Grünen-Abgerodnete aus. "Umso mehr ärgert mich dann eine Presseerklärung des ´Reggae Chiemsee Summer´, die Sizzla ´bewusst eingeladen´ haben, gerade weil er wegen seiner homophoben Äußerungen kritisiert werde." Das sei "eine Solidarisierung mit dem Falschen". Ende August soll Sizzla dort vor rund 25.000 Musikfans auftreten.
(mg)