Der saarländische Ministerpräsident Peter Müller (CDU) hat sich gegen ein ausgeweitetes Adoptionsrecht für Homo-Paare ausgesprochen, weil "Ehe und Familie" privilegiert werden müssten.
In Deutschland ist seit 2005 lediglich die Stiefkindadoption für gleichgeschlechtliche Paare möglich - es darf in einer Lebenspartnerschaft also nur das leibliche Kind des Partners adoptiert werden. Im Interview mit der "Rheinischen Post" bezeichnete Müller es als "keine gute Idee", gleichgeschlechtliche Paare bei der Adoption mit verschiedengeschlechtlichen gleichzustellen: "Es gibt keine zwingende Begründung für ein unbegrenztes Adoptionsrecht, also auch solcher Kinder, die nicht in einem Verwandtschaftsverhältnis zu einem der gleichgeschlechtlichen Partner stehen", so der 55-Jährige, der im Saarland eine Koalitionsregierung aus CDU, FDP und Grünen anführt.
Als Grund für seine Ablehnung nennt Müller Artikel 6 des Grundgesetzes: "Ehe und Familie stehen unter dem besonderen Schutz des Staates. Das ist auch im Adoptionsrecht zu beachten", so der Ministerpräsident. In der aktuellen Diskussion um ein Ehegattensplitting für schwule und lesbische Paare hatte sich Müller in der letzten Woche noch für eine Gleichstellung ausgesprochen. (mg)