Der ehemalige Wahlkampfleiter von George W. Bush, Ken Mehlman, hat sich geoutet. Der zeitweise Vorsitzende der republikanischen Partei hatte noch 2004 ein Verbot der Homo-Ehe in der Verfassung gefordert.
In einem Interview mit "The Atlantic" erklärte der 43-jährige New Yorker, er habe seine Freunden und seiner Familie erzählt, dass er schwul ist: "Ich habe 43 Jahre lang gebraucht, um mich diesem Teil meines Lebens zu stellen". "Jetzt bin ich ein glücklicherer und besserer Mensch. Ich wünschte, ich hätte das schon vor Jahren getan", erklärte Mehlman
Mehlman will sich nun für die Öffnung der Ehe für Schwule und Lesben einsetzen. Während seiner Zeit als Wahlkampfmanager war sein Ziel noch das genaue Gegenteil: Er unterstützte in mehreren Bundesstaaten Volksentscheide mit dem Ziel, die Homo-Ehe in den Regionalverfassungen zu verbieten. Außerdem schafften es die Republikaner mit homophoben Tiraden, den Anteil an evangelikalen Wählern zu erhöhen. Sie trugen wesentlich dazu bei, dass sich Bush bei den Präsidentschaftswahlen gegen seinen Herausforderer John Kerry durchsetzte.
In der Vergangenheit hatte Mehlman wiederholt geleugnet, schwul zu sein. So sagte er 2006 in einem Interview mit der Zeitung "New York Daily News" über entsprechende Gerüchte: "Ich bin nicht schwul, aber diese Geschichten haben mir sechs Monate lang mein Liebesleben versaut."
(mg)