Nervosität vor Papst-Besuch im Bundestag
Der politische Streit um die Rede des Papstes im Deutschen Bundestag stößt bei der Katholischen Kirche auf Unverständnis.
„Es gehört sich, einen solchen Gast mit der notwendigen Freundlichkeit, mit Respekt und Noblesse aufzunehmen“, mahnte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Freiburgs Erzbischof Robert Zollitsch.
Hintergrund seiner Äußerung sind Boykottankündigungen von Bundestagsabgeordneten verschiedener Parteien. So haben ein Drittel bis ein Viertel der SPD- und Grünen-Parlamentarier angekündigt, der Rede demonstrativ fernzubleiben.
Die Linksfraktion ist gespalten: Die eine Hälfte werde der Rede folgen, erklärte deren Abgeordnete Petra Sitte, darunter die Partei- und Fraktionsvorsitzenden Gesine Lötzsch, Klaus Ernst und Gregor Gysi. Der Rest werde allerdings an der Gegendemo teilnehmen.
Gegner der Papstrede kritisieren nicht nur die Sexualmoral des Kirchenoberhaupts. So weist der SPD-Abgeordnete Rolf Schwanitz darauf hin, dass das Grundgesetz Glaubensfreiheit garantiere - und dass der Bundestag nicht als Werbefläche für eine bestimmte Religion missbraucht werden dürfe.
"Der Deutsche Bundestag ist weder ein Ort der religiösen Missionierung noch eine Kirche. Er darf auch nicht zu einem solchen Ort gemacht werden", erklärte der konservative Sozialdemokrat.
Freie Sessel wird der Papst trotz der Boykottaktionen übrigens nicht zu sehen bekommen. Die Fraktionen haben sich darauf verständigt, dass leer bleibende Sitze durch ehemalige Parlamentarier aufgefüllt werden sollen.
(mg)
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14.09.2011  Nervosität vor Papst-Besuch im Bundestag
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