GetUp-Kampagne Stop marriage discrimination
In den Zeiten der Hochkonjunktur des Internets, wirbt man für sich oder seine Botschaft nicht mehr durch einen Zettel am schwarzen Brett oder einen Flyer auf der Straße: Nein, man produziert einen kleinen Videoclip, der auf der Internetplattform Youtube hochgeladen wird und sich selbst überlassen wird. Weckt der Clip Emotionen bei den Zusehern, seien sie positiv durch Lachen und Freude oder negativ durch Trauer und Bestürzung, so ist eine Verbreitung durch die Kanäle des Worldwide Web garantiert. Eine Botschaft, mag sie sozialkritisch, politisch oder einfach nur eine Liebesbotschaft sein, kann so über das Internet überall auf der Welt die Aufmerksamkeit der Menschen erregen und in ihnen eine bestimmte Reaktion hervorrufen. Social Media wird zum Medium für die Politik und vor allem auch für den friedlichen Protest gegen die gegenwärtigen Umstände auf der Welt und in unserer Gesellschaft. Eine Kampagne, die die Missstände in einem Land anprangert, kann durch solch virales Marketing eine Verbreitung über Youtube, Internetforen und Blogs erreichen, die wie eine Epidemie von Mensch zu Mensch getragen wird. Eine Kampagne von „GetUp! – Action For Australia“ hat diesen Werbekanal erfolgreich genutzt und ist erneut ein Beispiel für die Macht des Internets.
Der nicht mal 2-minütige Clip der neuen Kampagne „Stop Marriage Discrimination“ von „GetUp! – Action For Australia“ zeigt zunächst einen jungen Mann in unterschiedlichen Szenen in seinem Leben. Schnell wird klar, dass eine Art Kennenlern-Geschichte dargestellt wird. Man erinnert sich an die populären Clips auf Youtube, über die bereits in den Nachrichten und bei anderen Lifestyle-Magazinen im Fernsehen berichtet wurden, in denen Pärchen – eine Frau und ein Mann – auf kuriose Weise einen Heiratsantrag machen oder auf ihrer Hochzeit durch eine überraschende und leidenschaftliche Tanzeinlage die Gäste von den Stühlen reißen. Videos, die ein Glücksgefühl hervorrufen und den Wunsch ebenfalls so einen tollen Moment in seinem eigenen Leben erfahren zu dürfen. Genauso empathisch fühlt sich der Zuschauer bei dem Clip der GetUp!-Kampagne. Männer sehen sich durch die Augen des attraktiven jungen Mannes vor der Kamera und Frauen wünschen sich, dass dieser Mann, dessen Leben in dem Videoclip gezeigt wird, vielleicht an ihrer Seite steht. Ein Leben mit Höhen und Tiefen, mit Freude und Spaß, aber auch mit Schicksalsschlägen und unerwarteten Wendungen. Jeder kann mitfühlen bei der Abfolge der bunten Bilder in Videoform, bis der hübsche junge Mann sich niederkniet und einen Verlobungsring präsentiert. Ohne Worte vermittelt der Clip, was er aussagen soll: Ein Heiratsantrag im Kreise der lieben Freunde und der Familie. Die Antwort lautet „Ja“ und aus der Sicht der Kamera tritt nun die Person hervor, die das Leben des jungen blonden Protagonisten begleitet hat. „Eine wunderschöne Liebeserklärung und ein toller Heiratsantrag“, mag der geneigte Zuschauer nun denken, bevor es deutlich wird, dass die Person hinter der Kamera auch ein Mann ist und die beiden Männer sich in die Arme nehmen und ihre Verlobung feiern.
„Stop Marriage Discrimination“, stoppt die Ungerechtigkeit der Gesetze gegen eine gleichgeschlechtliche Ehe, heißt die Botschaft des Clips. „GetUp!“ fordert mit diesem Werbefilm ein Ende der Ehe-Diskriminierung für Schwule und Lesben in Australien und der gesamten Welt. Die gesellschaftliche Organisation besteht seit fünf Jahren und zählt über 580.000 Mitglieder. „GetUp! – Action For Australia“ setzen sich für Themen der sozialen Gerechtigkeit, kulturellen Vielfalt, ökologischen Nachhaltigkeit und ökonomischen Fairness ein und rütteln das verstaubte politische Establishment auf. Friedliche Demonstration und Äußerung der eigenen Meinung über einen wunderschönen und herzergreifenden Videofilm, den bisher vier Millionen User angeklickt haben und durchaus bei einigen eine Veränderung im Bewusstsein bewegt hat. Und das alles nur, weil die Menschen auf etwas treffen, das sie interessant finden, es ihnen gefällt und es weiterschicken. (sr)
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23.12.2011
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